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»Regina – jede Frau ist eine Königin«: Literaturkurs spielt Theater

Erfrischend wirklichkeitsnah

Halle (WB/mk). Die Diskussion um Gleichberechtigung und Frauen in Führungspositionen hat der Literaturkurs Q1 des Kreisgymnasiums in einem Theaterstück aufgegriffen.

Die früheren Kolleginnen lassen keine Möglichkeit aus, um über die Versetzung von Rita zu lästern. Foto: Malte Krammenschneider

Im dem von den Schülern selbst konzipierten Stück »Regina – Jede Frau ist eine Königin«, zeigen die Darsteller unter der Leitung von Deutschlehrer Dr. Volker Zumbrink auf komische Art und Weise, wie schwierig es ist, den Spagat zwischen stressiger Führungsposition und einem möglichst intakten Familienleben zu meistern. Im Mittelpunkt steht Rita Krisfeld (gespielt von Sarah Elisabeth Landes). Eine Frau Ende 30, die mit ihrer Situation als Mutter und freie Mitarbeiterin nicht gerade zufrieden ist. Da kommt es gelegen, dass ihr Arbeitgeber, der Verlag »Regina – Jede Frau ist eine Königin«, eine Mitarbeiterin befördern muss, um die Frauenquote in Führungspositionen erfüllen zu können. Eine Veränderung, die dem Firmeninhaber Urs König (gespielt von Marvin Sempert) gar nicht schmeckt. Er hält viel mehr von Hausfrauen, die sich ganz traditionell ums Kochen, Putzen und die Kinder kümmern.

Spagat zwischen Familie und Beruf

Trotz seiner Skepsis ist er dazu gezwungen, eine Frau ins Management zu befördern. Da ihm jedoch keine einfällt, lässt er den Zufall entscheiden, der dafür sorgt, dass sich Rita Krisfeld über einen neuen Job freuen kann. Voller Motivation und Vorfreude tritt sie ihre Stelle an, doch sie merkt an unterschwelligen Bemerkungen und dem Getuschel ihrer männlichen Vorstandskollegen (gespielt von Cordian Teschner, Erkancan Teker, Jan Lukas Gerken und Leonard Köchling), dass sie in diesem Kreis nicht willkommen ist. Sie wird gepiesackt, mit zusätzlicher Arbeit überschwemmt und beim Chef angeschwärzt.

Zunächst scheint Rita allen Widerständen zu trotzen, doch die zunehmende Konfrontation mit den Schattenseiten ihrer Arbeitsstelle lassen sie mehr und mehr grübeln. Hinzu kommt, dass sie ein immer schlechteres Verhältnis zu ihrer Familie hat, denn für ein intaktes Familienleben bleibt schlichtweg keine Zeit mehr. Aufgrund dieser zunehmenden Überforderung überlegt sich Rita, beruflich wieder kürzer zu treten, doch ob ihr Arbeitgeber noch lange existiert, ist mehr als fraglich.

Juniorchef ist ungeeignet

Der Chef des Frauenmagazins, Urs König, hat seine Firma nämlich an Sohnemann Phillip übertragen, der für die Rolle einer Führungspersönlichkeit jedoch ungeeignet ist. Fehlende Strenge sorgt letztendlich dafür, dass in der Firma jeder macht, was er will. Niemand nimmt den Juniorchef ernst. Ein plötzliches Ende, das aufzeigt, dass es nicht entscheidend ist, ob Frauen oder Männer an der Spitze von Unternehmen stehen. Die Qualitäten und bisherigen Leistungen der Bewerber sollten entscheidend sein.

Die Dramaturgie der Geschichte nach Motiven von Martin Suter und Urs Widmer wurde von den teilnehmenden Schülern übrigens selbst erstellt. »Es ist nicht alltäglich, ein Stück selbst zu schreiben und es auch noch zu spielen. Ich bin stolz auf euch«, lobte Lehrer und Regisseur Dr. Volker Zumbrink. Er war allerdings nicht der einzige, den das erfrischende Schauspiel entzückte. Auch das Publikum quittierte die Darbietungen mit großem Beifall.

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