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Haller Friseure freuen sich auf die anstehende Wiedereröffnung und werden mit Terminanfragen überrannt

Erste März-Wochen teilweise schon ausgebucht

Halle

Das Telefon steht dieser Tage bei vielen Friseuren in Halle nicht still. Nach zwei Monaten Lockdown sieht es auf vielen Köpfen der Bürgerinnen und Bürger nämlich ziemlich „wild“ aus . Viele wollen sich deshalb so schnell wie möglich einen Termin sichern, doch schon jetzt ist abzusehen, dass man sich wohl etwas gedulden muss. Dies liegt nicht nur am starken Andrang, sondern vor allem an den zu erwartenden Abstands- und Hygienevorschriften

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Beate Hentrich freut sich darüber, ab dem 1. März wieder Kunden in ihrem Salon „Haarmonie“ begrüßen zu können. Foto: Krammenschneider

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Als Beispiel taugt hierfür der etwa 100 Quadratmeter große Friseursalon Wagener am Ronchin-Platz. Laut den Inhaberinnen Heike Wagener-Isaides und Silke Rabe dürfen die beiden wohl nur bis zu drei Kunden gleichzeitig in ihrem Geschäft frisieren (genaue Vorgaben gibt es dazu vom Land NRW am 22. Februar). „Richtig wirtschaftlich wird das am Anfang wohl nicht sein, aber Hauptsache es geht wieder los. Für den Start haben wir sogar extra zwei Schichten eingeführt, sodass falls etwas passieren sollte, weitergearbeitet werden kann. Wir werden zudem montags öffnen und samstags länger auf haben“, erklärt Silke Rabe, laut der die Kunden schon „mit den Hufen scharren“. „Wir sind vor kurzem mit der Terminvergabe gestartet. Nicht nur wir freuen uns, auch die Leute sind froh darüber, endlich wieder ihren Friseur besuchen zu können“, sagt Heike Wagener-Isaides, die hofft, dass es bei den Lockerungen bleibt. „Ein Albtraum wäre es, wenn wir nach drei Wochen schon wieder zumachen müssten.“

Friseurin hat im Lockdown das Gitarrespielen erlernt

Ein Szenario, das einige befürchten. Denn wie Beate Hentrich, Inhaberin des Salon „Haarmonie“ verrät, würden mittlerweile auch die sozialen Kontakte fehlen. „Ich freue mich, dass es wieder losgeht und viele meiner Stammkunden wiedersehe“, sagt Beate Hentrich, die jedoch auch eingesteht, dass sie die Zeit für sich genossen habe. „Ich habe noch nie so lange Urlaub gehabt“, scherzt die Friseurin, die den Lockdown unter anderem dazu genutzt hat, um Gitarre spielen zu lernen. Nun sei es aber an der Zeit, dass es wieder an die Arbeit geht. „Ich habe meine Kunden schon benachrichtigt und bin ab und zu hier im Laden, um Anrufe entgegenzunehmen“, so Hentrich, die ihren Salon an der Langen Straße schon seit 1993 erfolgreich betreibt und für Anfang März nun schon „relativ gut ausgebucht“ ist.

Die ersten zwei März-Wochen wird es im Friseursalon von Volker Gresselmeier ebenfalls schwer, noch einen Termin zu ergattern. „Wir sind hier ausgebucht und freuen uns riesig wieder loslegen und Geld verdienen zu können. Derzeit bereiten wir uns mit unserem Team auf die Situation vor und warten noch die Vorgaben ab“, erklärt Volker Gresselmeier.

Hasan Yildiz, der seinen Herren- und Damensalon an der unteren Bahnhofstraße betreibt sagt derweil es sei „höchste Zeit wieder öffnen zu können“. „Die Leute vermissen ihren Friseur“, so der Türkischstämmige, der für seine internationale Kundschaft und seine freundschaftliche Art bekannt ist.

Ein Haller Salon arbeitet weiter ganz ohne Anmeldungen

Der Frisörsalon Kolfhaus an der Alleestraße will an seinem alt bewährten System, nämlich Frisieren ohne Anmeldung, festhalten. Auf der Homepage des Salons (www.kolfhaus-friseure) haben die Frisörmeister Heiko Schreiber und Olaf Kolfhaus in einem Video die neuen Abläufe erklärt. Denn die Kunden werden quasi durch den Garten in einen Wartebereich mit viel frischer Luft geführt, von wo sie dann dem Hygienekonzept folgend an die Frisierplätze geführt. Über ein Einbahnstraßensystem geht es an der Kasse vorbei wieder hinaus mit sehr eingeschränkten Kontakten bei Maskenpflicht. Um dem erwarteten Ansturm gerecht zu werden, will bei Kolfhaus das Team auch montags arbeiten.

Der Tenor ist eindeutig: Halles Friseure können es kaum erwarten, wieder Kamm und Schere benutzen zu können. Der Friseurbesuch ist nämlich für viele nicht nur notwendig, sondern immer auch eine Gelegenheit abzuschalten und sich im Anschluss wieder etwas „schöner“ zu fühlen.

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