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Polizei fasst Helfer von Geldautomatensprengern

Festnahme: Männer sollen Sportwagen für Automaten-Sprenger besorgt haben

Halle/Maassluis

Einsatzkräfte der Polizei haben in Halle und im niederländischen Maassluis zwei Männer festgenommen. Sie sollen an Geldautomaten-Sprengungen in Ibbenbüren, Rheda-Wiedenbrück und Viersen beteiligt gewesen sein. Der Vorwurf: Sie sollen hochmotorisierte Fahrzeuge an die Täter verliehen haben.

Nur wenige Stunden vor der Festnahme von Helfern der Geldautomatensprenger knallte es auf einem Parkplatz in Borken, wo ein freistehender Automat zerstört wurde. Ob die Fälle zusammenhängen, war zunächst nicht klar. Foto: Peter Berger

Die Staatsanwaltschaft Münster und die Polizei Münster  berichten am Freitag, dass die Festnahmen nach umfangreichen Ermittlungen der eingesetzten Ermittlungskommission gelungen seien.

Um 6 Uhr nahmen Einsatzkräfte demnach einen 36 Jahre alten Tatverdächtigen in Halle (Westfalen) und einen 22 Jahre alten Tatverdächtigen in Maassluis, einer Stadt in den Niederlanden, fest. Beide stehen im Verdacht, seit September 2021 bei mehreren Geldautomaten-Sprengungen Hilfe geleistet zu haben.

Sportwagen für die Flucht besorgt

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, für zum Teil bereits bekannte und zum Teil noch unbekannte Tatverdächtige hochmotorisierte Fahrzeuge der Marke Audi beschafft zu haben, um sie zur Flucht nach Geldautomatensprengungen zu nutzen. Der 36-Jährige steht zudem im Verdacht, die Sportwagen betrügerisch erlangt zu haben.

Der 22-Jährigen soll an acht Taten beteiligt gewesen sein, der 36-Jährige an sechs Taten -  unter anderem in Ibbenbüren, Rheda-Wiedenbrück und Viersen.

In einigen Fällen liegen nach Auskunft der Behörden bereits konkrete Ermittlungsergebnisse zum Ablauf der Taten vor: Demnach soll der 22-Jährige die Fahrzeuge von Deutschland in die Niederlande überführt und sie dort an Tätergruppen übergeben haben. Sie reisten bisherigen Erkenntnissen zufolge zur Tatbegehung nach Deutschland ein, montierten zum Teil kurz vor der Tat gestohlene Kennzeichen und suchten für die Sprengungen unterschiedliche Orte auf.

Über eine Million Euro Schaden

In den meisten Fällen sollen sie Beute gemacht haben, bei einigen Taten blieb es beim Versuch. Die Schadenssumme der bekannt gewordenen Taten, an denen die Männer beteiligt gewesen sein sollen, liegt bei rund 810.000 Euro. Die Summe des bisher bekannten Schadens liegt bei über einer Million Euro.

Bereits im Vorfeld der Festnahmen erwirkte die Staatsanwaltschaft Münster Haftbefehle unter anderem wegen des Verdachts der Beihilfe zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Beide Tatverdächtige werden nun einem Haftrichter vorgeführt.

Die verdeckten Ermittlungen der Kommission führten bereits zu mehreren Festnahmen: Am 23. März konnten drei Tatverdächtige in Meckenheim kurz vor einer Tat festgenommen werden. Am 25. Mai wurden zwei Tatverdächtige nach einer Sprengung in Rheinland-Pfalz auf der Flucht in Belgien (Eupen) festgenommen. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz und der Staatsanwaltschaft Mainz dauern an.

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