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Zum Start nach dem Lockdown erleben die Haller Frisörsalons einen großen Andrang

„Froh, was fürs Wohlbefinden zu tun“

Halle

Der Start nach dem monatelangen Lockdown ist für die Haller Frisöre gelungen. Und manche Kunden werden sich nach mindestens zehn Wochen ungebremsten Haar-Wachstum womöglich so gefühlt haben, als habe ein neuer Lebens-Ab-Schnitt begonnen. Viele Salons in Halle hatten den sonst traditionell freien Montag zum Arbeitstag erklärt, um dem Riesenandrang Herr zu werden.

Stefan Küppers

Blick in den Frisörsalon Kolfhaus an der Alleestraße, wo die Kunden, wie vorgegeben, zunächst die Haare gewaschen bekommen und dann frisert werden. In dem großen Salon dürfen sich gleichzeitig maximal 15 Personen aufhalten. Foto: Küppers

Und die Öffnungszeiten wurden gleich mit ausgeweitet, wie zum Beispiel im Salon Wagener am Ronchin-Platz, wo derzeit von morgens 7 Uhr bis abends um 20 Uhr frisiert. Das geht natürlich nur im Schichtdienst für die Mitarbeiter(innen). Weil der Salon Wagener von der Quadratmeterzahl begrenzt ist, können wie in anderen Salons auch nur eine limitierte Anzahl von Kunden frisiert werden, auch wenn vielleicht mehr Mitarbeiter mehr arbeiten könnten. Die Corona-Regeln machen da scharfe Vorgaben. Im Salon Wagener waren es am Montag dennoch mehr als 40 Kunden, die bedient werden konnten.

Im Salon Kolfhaus an der Alleestraße wird traditionell in der Reihenfolge abgearbeitet wie die Kunden im Laufe eines Tages kommen. Auch hier wurde am Montag geöffnet, allerdings erst um 8 Uhr. Dennoch standen bereits morgens um 7.15 Uhr die ersten Kunden an, wie Frisörmeister Heiko Schreiber berichtet. Schreiber hat festgestellt, dass beim Arbeiten nach dem bewährten System eine große Effizienz erzielt werden kann. „Wir können mehr Kunden in kürzerer Zeit zufrieden stellen“, berichtet er. Gleichwohl gibt es natürlich auch bei Kolfhaus ein eng mit den Ordnungsbehörden abgestimmtes Corona- und Hygienekonzept. Weil es sich an der Alleestraße um einen relativ großen Salon mit 150 Quadratmeter Fläche handelt, dürfen bei der Grundregel (zehn Quadratmeter pro Person) fünf bis sechs Frisöre neun bis zehn Kunden gleichzeitig bedienen.

Weil aber das Warten eben nicht wie sonst üblich im Salon selbst geschehen darf, werden die Kunden bis auf weiteres draußen im Garten in einem Pavillon zu maximal drei Personen untergebracht. Weil es im frühen März morgens immer noch recht frisch ist, hatte das Frisörteam draußen auch einen Heizpilz bereit gestellt. Die Haller, die ihre Haare dem Frisör ihres Vertrauens anvertrauen wollen, nahmen mit genügend Abstand Wartezeiten von anfangs mehr als einer Stunde gelassen hin.

Frisörmeister Heiko Schreiber hat dennoch gut gelaunte Kunden erlebt. „Viele sind nach langer Isolierung einfach froh, bei ihrem Frisör wieder soziale Kontakte zu erleben und etwas für das eigene Wohlbefinden zu tun“, sagt er.

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