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Extrafahrstreifen für Radler auf unterer Bahnhofsstraße markiert

Für Kfz wird’s nun enger

Halle (WB). Nach mittlerweile jahrelangem Streit um die Frage, wie die Sicherheit von Radfahrern an der Allee- und unteren Bahnhofstraße am besten gewährleistet werden kann, hat die Stadt an der Bahnhofstraße jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Seit Mittwoch sind dort Radfahrstreifen im Straßenraum markiert. Ein Modell für die ganze Alleestraße?

Stefan Küppers

Die ersten Radler haben die neuen Radfahrstreifen durchaus angenommen. Nach deren Auslaufen können Radler entscheiden, ob sie weiter auf der Straße oder auf dem alten Radweg fahren wollen. Für den motorisierten Verkehr ist es nun deutlich enger. Fotos: Küppers

Wie ausführlich berichtet, sind Teilbereiche der alten Radwege der unteren Bahnhofstraße schon vor Monaten für den Radverkehr gesperrt und als reine Gehwege deklariert worden. Wesentlicher Grund sind die Breiten, die nicht mehr den heutigen Vorschriften entsprechen. Betroffen sind ein Teilstück entlang des Alten Friedhofes sowie zwischen der Aufmündung Goebenstraße und dem Bahnübergang. Die Stadt Halle hatte zwar bereits im Frühjahr entsprechende Schilder anbringen lassen, die jedoch von einem Großteil der Nutzer weiterhin ignoriert wurden. Offenbar empfanden es viele Radfahrer es als unzumutbar und gefährlich, in den Straßenraum ausweichen zu müssen. Das änderte sich auch nach der Anordnung von Tempo 30 in der unteren Bahnhofstraße nicht wesentlich. Immer wieder berichteten einzelne Radler zudem von gefährlichen Situationen bei der Begegnung mit Autoverkehr.

Begegnungsverkehr für Pkw und Lkw wird nun schwieriger

Seit Mittwoch gibt es nun einen markierten Radfahrstreifen von mehr als ein Meter Breite. Dieser führt von der Aufmündung Goebenstraße bis zu den Bahnschranken und auf der anderen von der Aufmündung Alter Busbahnhof bis etwa in Höhe von Café Baier. Nach Auslaufen des Radfahrstreifens sollen sich die Radler dann wieder frei entscheiden, ob sie den alten, nicht mehr vorschriftsmäßigen Radweg benutzen wollen oder weiter im Straßenraum verbleiben wollen. In den markierten Bereichen hat eine Fachfirma am Mittwoch auch die Mittelstreifen auf der Straße beseitigt, weil durch die Einengung die Plätze im Begegnungsverkehr ohnehin nicht ausreichen, zumal wenn Busse oder Lkw beteiligt sind.

Eckhard Hoffmann

»Im Zweifel müssen Autofahrer, die nicht überholen können, hinter den Radfahrern langsam hinterher fahren«, sagt der zuständige Abteilungsleiter im Rathaus, Eckhard Hoffmann. Der Radfahrstreifen darf aber von Pkw auch überfahren werden, solange auf ihm keine Radler unterwegs sind.

Nach den ersten Eindrücken vom Mittwoch wird der Radfahrstreifen durchaus angenommen. Nur vereinzelt blieben Radler auf dem alten Radweg. Zu beobachten war in den ersten Stunden aber auch, dass bei viel Verkehr und insbesondere in Phasen nach Wiederöffnung der Bahnschranken es im Begegnungsverkehr so eng ist, das Pkw und Lkw in den Radfahrstreifen und die freie Fahrt der Radler blockieren. Nach den Ferien werden dann wieder mehr Radler (Schüler) unterwegs sein.

Wie geht es nun weiter? Abteilungsleiter Hoffmann hat die Hoffnung, dass noch bis zum Jahresende der Politik eine neue Planung für die Gestaltung der Alleestraße vorgelegt werden kann. Hierfür aber habe das Fachbüro Kaulen noch eine Reihe von Aufgaben zu erledigen. Ob ein Radfahrstreifen auf der Alleestraße dann auch eine Lösungsoption sein kann, erscheint offen. Von der Bürgerinitiative Alleestraße war immer wieder darauf hingewiesen worden, dass viele Radler wegen des starken Verkehrs große Sorgen haben sich in den Straßenraum zu begeben.

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