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Modekonzern investiert groß in seine älteste Verkaufsfiliale am Heimatstandort Halle

Gerry Webers Signal für die Trendwende

Halle (WB). Wenn schon, denn schon. Wenn der Gerry-Weber-Konzern am Heimatstandort in eine seiner ältesten Verkaufsfilialen investiert, dann wird richtig Geld in die Hand genommen. Konzernchef Ralf Weber hat bei der Wiedereröffnung des Stores im Herzen Halles bewusst ein Ausrufezeichen setzen wollen, weil dieser neue Store in schwieriger Zeit ein Teil der Trendwende sein soll.

Stefan Küppers

Anstoßen auf die runderneuerte Haller Filiale: (v.l.) Anne Rodenbrock-Wesselmann, Filialleiterin Claudia Dümig, Ralf und Irina Weber, die Mittwoch 36 Jahre alt wurde, HIW-Vorsitzende Sigrun Lohmeyer sowie die Vermieter Ralf und Elke Diekhaus. Fotos: Küppers Foto:

Dass der Andrang schon am Vormittag ungewöhnlich groß war und sich zahlreiche Besucherinnen ebenso emotional äußerten wie Store-Leiterin Claudia Dümig, die viele Stammkundinnen mit herzlichen Umarmungen begrüßte, mag damit zusammen hängen, dass es vor einigen Monaten für einen Moment noch so schien, als würde der Konzern seine Haller Filiale doch schließen. Der kritische Augenblick währte nur wenige Stunden und Ralf Weber kündigte seinerzeit stattdessen eine umfassende Investition in das neue Ladenbaukonzept für den Haller Store an.

Großer Andrang und herzliche Umarmungen

»Hier sollte etwas Besonderes entstehen, denn diese Filiale, die mein Vater 1971 eröffnet hat, gehört quasi zu den Keimzellen unseres Konzerns«, sagte Ralf Weber. Die »Herzensangelegenheit« hat Ausgaben in sechsstelliger Höhe ausgelöst, wobei sich Weber auch ausdrücklich für das Engagement der Vermieter Ralf und Elke Diekhaus bedankte. Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann lobte das Bekenntnis von Gerry Weber zum Standort Halle und meinte, dass Halle in seiner Gesamtkonzeption besser aufgestellt sei als andere Städte. Man müsse die verbreitete Depression endlich mal abstreifen, sagte die Bürgermeisterin.

Nicht depressiv-dunkel, sondern ausgesprochen hell präsentiert sich das neue Ladenkonzept bei Gerry Weber. Das gilt für den Boden und die Lampen mit LED-Technik, die eine Akzentuierung bei der Warenpräsentation unterstützen sollen. Ralf Weber verweist auf die wertig wirkenden Gestaltungselemente, um die Stammmarken wie Gerry Weber (feine Tapeten) oder Taifun (Kupferoptik) herauszuheben. Dass Mode von Hallhuber nun auch in der 200 Quadratmeter großen Fililae präsentiert wird, sei deutschlandweit einmalig, betonte Weber. Schließlich sind auch die Schaufenster und die Außenfassade neu gebaut worden.

Im Haller Muster-Store soll viel Neues ausprobiert werden

Einige Ergebnisse des großen Umstrukturierungsprozesses, den der Konzern gerade durchläuft, soll man in der Haller Filiale ablesen können. Das betrifft zum einen die Weiterentwicklung der Marken, auch die Strahlkraft des Topmodels Eva Herzigova soll hier verstärkt eingesetzt werden. Ralf Weber macht derzeit viel Positives aus. Die Kollektionen würden besser umgeschlagen, eine Trendwende sei eingeleitet.

Karsten Oberheide, Managing Director für den Retail-Bereich, unterstreicht die Sonderrolle der Haller Filiale. »Das ist für uns am Konzern-Standort ein Muster-Store, in dem wir einige Dinge ausprobieren und auch Kunden gezielt befragen wollen«, sagt Karsten Oberheide. Viele Kleinigkeiten sollen das Wohlfühlgefühl von Kunden verstärken, zum Beispiel, dass die Umkleidekabinen 20 Prozent geworden sind. Weiterhin werde mit den Mitarbeitern gemeinsam erarbeitet, wie man Kunden noch persönlicher ansprechen könne. Es gehe darum, mehr auf Kunden zu hören, deren Nerv zu treffen. Diese Emotionalität bekomme man nicht online.

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