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Kommentar von WESTFALEN-BLATT-Redakteur Stefan Küppers

Gutes Klima für die Storck KG

Halle (WB). Diese Zeitung hat es in den vergangenen Tagen mit einer großen Planskizze gezeigt: Was die August Storck KG in den nächsten Jahren an Neubauten und Investitionen am Standort Halle plant, ist gewaltig .

Das ältere Luftbild, erkennbar am A33-Ausbaustatus, skizziert das vergrößerte Erweiterungsareal (Änderungsbereich 1). Der Änderungsbereich 2, ebenfalls in Storck-Besitz, war einst für industrielle Nutzung vorgesehen. Er soll zum Ausgleich dauerhaft Natur bleiben. Foto:

Diese Zeitung hat es in den vergangenen Tagen mit einer großen Planskizze gezeigt: Was die August Storck KG in den nächsten Jahren an Neubauten und Investitionen am Standort Halle plant, ist gewaltig. Das laufende Regionalplanänderungsverfahren bei der Bezirksregierung Detmold legt dies alles offen. Wer die insgesamt 358 Seiten mit Karten, Gutachten und Erläuterungen durchblättert, wird dabei interessante Bewertungen und Einschätzungen finden, die gerade in aktuellen politischen Debatten Gehör finden sollten.

Storck macht zum Beispiel deutlich, dass die bisherige Konzern-Strategie, eben die Konzentration auf drei Produktionsstandorte in Deutschland (Berlin, Ohrdruf und Halle), eine Grundvoraussetzung erfordert: Nämlich dass genehmigungsfähige Flächen an den Standorten zur Verfügung stehen. Dass es auch anders ginge, zeigt im Erläuterungsbericht dann dieser Satz: »Die Storck-Gruppe hat angesichts gesättigter Inlandsmärkte und starker Wachstumsschübe in Auslandsmärkten bereits mehrfach Überlegungen zum Aufbau einer Produktion im Ausland unternommen.«

Die Stadt Halle ihrerseits zeigt in ihrem Statement, dass sie weiß, was sie an dem potenten Steuerzahler mit etwa 3000 Haller Arbeitsplätzen hat: »Ausdrücklich« werden die Erweiterungspläne unterstützt. Storck sei ein bedeutender Wirtschaftsfaktor mit einer hohen Bedeutung für den Arbeitsmarkt. Daher sei es für Halle sehr wichtig, die weitere Entwicklung des Unternehmens zu sichern, ist zu lesen.

Natürlich ist es richtig, dass die Stadt klare Worte findet und auch sonst viel Unterstützung leistet. Die 358-Seiten-Planung zeigt aber auch, wie schwierig und aufwändig alles geworden ist. Bis ins kleinste Detail werden in der Umweltstudie und in den Artenschutz-Gutachten Probleme beschrieben, Ausgleichsmöglichkeiten aufgezeigt und schließlich Abwägungen vorgenommen. Das ist mühsam und gewiss auch teuer. Aber das ist der Weg, wie auf überlegte Art und Weise Herausforderungen angenommen und bewältigt werden können.

Warum das an dieser Stelle so deutlich angesprochen wird? Nun, die Haller Politik hat sich erst kurz vor der Sommerpause mit der aktuellen Klimadebatte und der »Friday for future«-Bewegung befasst. Von SPD und Grünen ist dabei vehement für die Ausrufung eines Klimanotstandes geworben worden, der eine Kommune in ihrem Handeln stark binden würde. Ob der Storck KG eine Erweiterungsplanung, wie sie jetzt vorliegt und am Ende mehr als 1000 neue Arbeitsplätze bringen dürfte, unter solchen politischen Klimafesseln dann noch möglich wäre?

Wer Herausforderungen der Zukunft erfolgreich angehen will, der muss gelegentlich 358 Seiten lange Pläne mit vielen Detailbetrachtungen schreiben. Aber nur so behält man »das große Ganze« im Griff. Klimahysterie hingegen bremst durchdachte Weiterentwicklung.

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