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Halle trumpft im Strukturbericht des Kreises mit herausragenden Wirtschaftsdaten auf

»Halle ist ein extrem starker Standort«

Halle (WB). Halle nimmt wieder mehr Gewerbesteuer als geplant ein, auf neue Verschuldung kann verzichtet werden und auch sonst hat der Standort starke Zahlen zu bieten. Das geht aus dem Strukturbericht des Kreises hervor.

Stefan Küppers

Blick in die hochmoderne Fertigung beim Pharmahersteller Baxter in Halle-Künsebeck. Auch dieses Unternehmen trägt zur Stärke des Wirtschaftsstandortes Halle bei. Foto: Baxter

»Das sind wirklich tolle Zahlen«, gab Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses eine Leseempfehlung für den Strukturbericht, der alljährlich von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ProWi GT veröffentlicht wird. Deren Geschäftsführer Albrecht Pförtner fällt zu Halle insbesondere eines auf: »Obwohl die Stadt in den letzten Jahren noch keine Lage-Gunst aufgewiesen hat, hat sich Halle als ein extrem starker Wirtschaftsstandort gezeigt, der weiter wachsen wird.« Pförtner ist überzeugt, dass sich die schon bald durchgebaute A33 nochmals positiv auf den Standort auswirken wird.

Ein hoher Wert: Halle hat 600 Beschäftigte pro 1000 Einwohner

Der Strukturbericht weist einige Zahlen aus, die die Sonderstellung Halles im Altkreis sowie an einigen Punkten sogar im ganzen Kreis Gütersloh zeigen. Beispiel Beschäftigtendichte: Hier liegt Halle mit 600 Beschäftigten je 1000 Einwohner deutlich an der Spitze im Kreis zusammen mit Verl (619). Der Durchschnitt aller Kommunen im ohnehin wirtschaftsstarken Kreis liegt bei 475 Beschäftigten je 1000 Einwohner.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in Halle im Laufe der letzten zehn Jahre um rund 3000 auf 13.018 angestiegen. Zum Vergleich: Steinhagen weist 7692, Werther 2935, Versmold 9097 und Borgholzhausen 3412 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus.

Überdurchschnittliche Werte hat Halle auch beim verarbeitenden Gewerbe zu bieten. Die Zahl der Betriebe wuchs laut Strukturbericht von 336 auf 372 Betriebe. Rechnerisch hat jeder Mitarbeiter einen Umsatz von 338.000 Euro im Jahr erwirtschaftet. Zum Vergleich: In Pium sind es 224.000 Euro Umsatz je Mitarbeiter, in Steinhagen 300.000, in Versmold 327.000, in Werther 156.000, im Kreisdurchschnitt 323.000 und im Landesdurchschnitt 285.000 Euro.

Bei der Gewerbesteuereinnahme liegt Halle im Altkreis weit vorn

Bei den Gewerbesteuereinnahmen (bezogen auf das Jahr 2016) weist Halle mit 970 Euro je Einwohner den Spitzenwert im Altkreis aus (Pium 709, Steinhagen 760, Versmold 378, Werther 438 Euro). Weit vorweg im Kreis läuft Verl mit 1563 Euro je Einwohner. Bei den öffentlichen Investitionsausgaben je Einwohner liegen Halle (581 Euro) und Steinhagen (598 Euro) mit weitem Abstand im Kreis Gütersloh vorne.

Der Strukturbericht weist allerdings auch Bereiche aus, in denen Halle negative Spitze ist. Zum Beispiel hat die Stadt im Altkreis die höchsten Personalausgaben je Einwohner mit 430 Euro (Vergleich: Pium 344, Steinhagen 372, Versmold 286 und Werther 300, Gütersloh führt mit 678 Euro). Schlusslicht im Kreis ist Halle weiterhin bei der Ausbildungsquote. Hier kommen statistisch nur 3,3 Azubis auf 100 Beschäftigte.

Bei der Verschuldung freut sich Halle über kleine Zahlen

Dafür brummt das Geschäft in Halle und der Kämmerer freut sich über mehr Gewerbesteuereinnahmen. Statt geplant 27 wird Halle in diesem Jahr voraussichtlich 28,5 Millionen Euro einnehmen. Die ursprünglich geplante Kreditaufnahme von zwei Millionen Euro ist damit laut Fachbereichsleiter Jochen Strieckmann entbehrlich. Beim Verschuldungsgrad ist Halle laut Strukturbericht übrigens wieder Spitze im Altkreis. Der Pro-Kopf-Verschulung von 115 Euro in Halle stehen 951 Euro in Pium, 1197 Euro in Steinhagen, 1532 in Versmold und 958 Euro in Werther gegenüber (Grundlage Zahlen von 2016).

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