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Zweites Figurentheater-Fest in der Alten Lederfabrik

»Hallerlei« Spaß mit Puppen

Halle (WB). Figurentheater macht Erwachsene zu Kindern und Kinder ein Stück größer. Nach der erfolgreichen Premiere 2018 lädt der Haller Puppenspieler Ralf Kiekhöfer vom Theater Töfte in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt und Sponsoren aus Halle jetzt zum zweiten Mal zum Theaterfest »Hallerlei« ein.

Klaudia Genuit-Thiessen

Der Haller Puppenspieler Ralf Kiekhöfer lädt zum zweiten Mal zum Theaterfest »Hallerlei« ein. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Der Initiator der Reihe freut sich, am Wochenende vom 7. bis 10. November wieder Kollegen in Halle zu begrüßen. Sie ermöglichen zum Beispiel ein Gastspiel, in das die Haller dank einer Förderung der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen kommen: Das Theater 7schuh (Görlitz) und das Theater Papperlapp (Leipzig) gelten als Prominenz unter den Figurentheatern. Sie spielen für Jugendliche und Erwachsene »Die Grimmschwestern«.

»Himmel blau Musik«

Geplant sind insgesamt sechs Vorstellungen in der Galerie der Alten Lederfabrik, gegebenenfalls eine weitere für die Gesamtschule und das KGH. Den Auftakt macht am Donnerstag, 7. November, eine Abend mit Musik und Figurenspiel, zu dem Ralf Kiekhöfer alle interessierten Theater- und Musikbegeisterten eingeladen hat. Neben »puppenspielerischen Leckerbissen« ist das Trio »Himmel blau Musik« aus Melle zu Gast, das sich mit Bass, Gitarre und Geige mit Jazz-Evergreens in die Herzen der Zuhörer spielen will. Der Eintritt ist frei. Statt Hut wird wohl eine Kaspermütze herumgereicht.

»Schneewittchen und die Sieben Zwerge«

Für Kinder ab vier spielt Töfte am Freitag, 8. November, um 16 Uhr »Schneewittchen und die Sieben Zwerge«. Das bekannte Stück wird aus der Sicht des Königs erzählt, der Klein und Groß in den Märchenwald entführt.

»Engel mit nur einem Flügel«

»Engel mit nur einem Flügel« heißt ein Stück des Theaters Töfte, das 2003 mit dem NRW-Theaterpreis ausgezeichnet worden ist und noch immer nichts von seiner Aktualität verloren hat. Für Jugendliche und Erwachsene geeignet sind die Erinnerungen aus der Kindheit des jüdischen Jungen Robert Goldstein. »Das Schicksal eines jüdischen Kindes während der Nazi-Diktatur – das zu erzählen ist ein schwieriges, riskantes Unterfangen. Ralf Kiekhöfer meistert es erstaunlich sicher ohne falsche Töne. Er täuscht nichts vor, spielt mit den Objekten auf offener Bühne – so effektiv, dass die Zuschauer nebenbei viel über Theater erfahren«, hat die Jury ihre Entscheidung begründet.

»Kleinen Zoogeschichte«

»Zwei Klassen könnten noch vormittags um 11 Uhr eine Vorstellung bekommen«, sagt Ralf Kiekhöfer. Das Stück habe durchaus heitere Momente.

Mit der »Kleinen Zoogeschichte« ist das Theater Tritop aus Münster am Samstag, 9. November, schon um 15 Uhr zu Gast. Schauspielerin Ulrike Rehbein bietet ihren Zuschauern ab vier Jahren ein tierisches Stück und brilliert dabei auch pantomimisch.

»Die Grimmschwestern«

»Die Grimmschwestern«, die die von ihren Brüdern gesammelten Märchen aufgeschrieben haben, schließen sich um 20 Uhr an. »Das ist ein Zwei-Stunden-Stück mit Pause, bei dem der schwarze Humor aus allen Ecken leuchtet«, sagt Ralf Kiekhöfer. Anne Swoboda, die auch für das Konzept der Vorstellung verantwortlich zeichne, hat Figurenspiel an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst-Busch studiert. Die Inszenierung mit Origami-Figuren aus Papier sei erfrischend und streitbar, wie Grimms Märchen »voller Grausamkeiten, düster und wollüstig«. Ralf Kiekhöfer: »So schnell wird so etwas hier nicht mehr zu sehen sein«.

»Es klopft bei Wanja in der Nacht«

Das Festival schließt mit einem traditionellen Tischtheaterstück für kleine Leute ab vier. Am Sonntag, 10. November, um 16 Uhr ist Dagmar Selje von den Bielefelder Puppenspielen in Halle. »Es klopft bei Wanja in der Nacht«, ist ein Winterstück, »ein wunderbarer Einstieg in die Weihnachtszeit«.

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