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Vier namhafte Köche präsentieren Pickert-Spezialitäten auch in Halle und Borgholzhausen

Hausmannskost exotisch

Halle/Borgholzhausen (WB). »Es ist Pickertzeit, wenn es draußen ungemütlich und früher dunkel wird«, sagt Friedrich Wilhelm Krüger, Geschäftsführer der Initiative »Westfälisch Genießen«. Wie die früher als »Arme-Leute-Essen« bekannte typisch ostwestfälische Spezialität und traditionsreiche Hausmannskost kulinarisch veredelt werden kann, haben vier Köche aus bekannten Restaurants der Region jetzt eindrucksvoll demonstriert.

Johannes Gerhards

In der Küche vom Landgasthof Potthof haben sich (von links) Bernhard Kampmann, Jörg Haskenhoff, Rudolf Viviers und Stefan Breidenbach kreativen Variationen des westfälischen Kultgerichtes Pickert gewidmet. Foto: Johannes Gerhards

In der Küche des Landgasthofes Potthoff lassen Jörg Haskenhoff (Pappelkrug Halle), Rudolf Viviers (Hotel Westfalen Hof in Rahden), Bernhard Kampmann (Schlichte Hof Bielefeld) und Gastgeber Stefan Breidenbach ihrer Kreativität freien Lauf. Das Grundnahrungsmittel mit den einfachen Zutaten Kartoffeln, Mehl, Eier, Milch und Salz wird je nach Machart Kasten-, Lappen- oder lippischer Pickert genannt. Wahlweise gibt es ihn als süße oder herzhafte Variante; ganz neu ist der Pickert im Glas, den Sabine Potthoff-Raschkowski vom Landfrauenverband vorstellt.

Pickert-Tapas und Süßkartoffelpickert mit Apfel-Birnen-Mousse

Gutes von gestern und Neues von heute wollen die vier Kochexperten miteinander verbinden. Als Ergebnis präsentieren sie beispielsweise kleine Pickert-Tapas, Süßkartoffelpickert mit Apfel-Birnen-Mousse, ein Pickert mit Kartoffel-Espuma und Kürbis-Croutons, Steinpilzpickert mit Wildknackwurst oder Lippische Pickert-Püfferchen mit Zwetschge und Schmandeis.

Stefan Breidenbach ist dagegen für die Tradition zuständig. Seinem auf einer über einhundert Jahre alten Eisenplatte zubereiteten Lappenpickert liegt Omas Originalrezept zugrunde.

Im Glas gibt’s sogar »Pickert to go«

Sabine Potthof-Raschkowski hat mit dem im Glas konservierten Kastenpickert die »To Go Variante« entwickelt. Das Gefäß muss aber geeignet sein, den Pickert in Gänze heraus zu stürzen, schließlich muss er dann noch in der Pfanne aufgewärmt werden. Pickert-Variationen eignen sich durchaus als Fingerfood beim »Flying Buffett«. Mit westfälischen Tapas sei die nächste Veredelungsstufe erreicht, wenn der Grundstoff mit Ziegenfrischkäse, Linsenpürree oder Rote Bete kombiniert werde, so verlautet es übereinstimmend aus dem Kreis der Küchenexperten.

»Ich möchte traditionelle Zutaten so zubereiten, dass der Gast merkt, dass ich Koch bin«, betont Bernhard Kampmann in Bezug auf seine neue Interpretation eines alten Gerichtes. Seine Pickertvariation mit karamellisierten Kürbiswürfeln und Kartoffelschnee findet sich derzeit auch auf der Speisekarte vom Schlichte Hof. Pickert als Tiramisu oder Püfferchen mit Zwetschgenkompott sind die Spezialität von Jörg Haskenhoff, während Rudolf Viviers es sowohl herzhaft mag als auch mit der Süßkartoffel als Dessertgrundlage experimentiert.

Oder eben ganz traditionell mit Rübenkraut

Für alle, die es original und traditionell mögen, empfiehlt sich derzeit ein Besuch im Landgasthof Potthoff, wo Pickert passend zur Jahreszeit wahlweise mit Kaffee oder Bier gereicht wird. Auch Rübenkraut oder Leberwurst gehören zu den von Oma überlieferten Beilagen.

In der kulinarischen Initiative »Westfälisch Genießen« arbeiten derzeit Köche und Gastronomen aus 25 Restaurants zusammen, die sich dem Erhalt und der kreativen Weiterentwicklung der regionalen Küche Westfalens widmen. Neben der Veröffentlichung von Rezepten und Kochbüchern, der Organisation von Kochshows und -kursen gehört auch die Verleihung des Gütesiegels »Westfälisch Genießen« zu ihren vielfältigen Aktivitäten.

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