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Weihnachten online: Kirchengemeinden erhalten positive Resonanz – Angebot könnte parallel bestehen bleiben

„Holy Night“ tausendfach geklickt

Altkreis Halle

Weihnachtsgottesdienste mit Gesang, Krippenspiel und anderen liebgewonnenen Dingen: Was sonst für tausende Menschen im Altkreis Halle an den Weihnachtsfeiertagen fester Programmpunkt ist, fand in diesem Jahr digital statt – und kam vor dem Hintergrund der Corona-Lage offenbar sehr gut an.

Volker Hagemann

Hirten und Esel an der Krippe: Diese liebevolle Szene wurde für den Online-Gottesdienst aus Werther gedreht. Foto: WB

Bis zuletzt gab es, wie berichtet, angesichts steigender Infektionszahlen eine lebhafte Diskussion zum Für und Wider von Präsenzgottesdiensten. Kurz vor Weihnachten entschieden sich dann die meisten Gemeinden schweren Herzens dazu, vorerst darauf zu verzichten. Mit viel Kreativität und hohem Aufwand an Dreh- und Schneidearbeiten wurde eine Reihe digitaler Alternativ-Angebote vorbereitet. So bieten die Evangelischen Kirchengemeinden im Altkreis Halle und der katholische Pastoralverbund Stockkämpen Videos von Gottesdiensten in den verschiedenen Kirchen im Altkreis ebenso an wie Online-Krippenspiele, kirchenmusikalisch von Chorgruppen und Musikern begleitet.

Die gute Resonanz darauf freut die Organisatoren. Mehrere tausend Aufrufe verzeichneten allein die Video-Gottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinden auf ihren youtube-Kanälen: Über 1500 Mal wurde die Christvesper mit Pfarrer Nicolai Hamilton, Kirchenmusikdirektor Friedemann Engelbert und Mitgliedern des Bachchores aus der St. Johanniskirche angeklickt, gut 1200 Mal wurde die Christvesper mit Krippenspiel aus der St.-Jacobi-Kirche Werther im Netz aufgerufen. Dafür wurde sogar bei Schafen und Eseln im Stall gedreht.

Fast 600 Aufrufe verzeichnete der Familiengottesdienst mit Krippenspiel in der Steinhagener Dorfkirche mit Pfarrerin Anne-Kathrin Becker und Gehörlosen-Pfarrerin Heike Kerwin, über 700 die festlich beleuchtete Christmette mit Pfarrerin Kirsten Schumann. „Und darauf bekamen wir schon viele, viele positive Rückmeldungen, telefonisch und auch per WhatsApp und Instagram!“, berichtete Pfarrerin Kirsten Schumann am Sonntag. Als gelungen empfindet sie die Kombination aus digitalem Angebot und dem persönlichen Kurzbesuch in der Kirche: „Allein Heiligabend kamen unterm Strich 130 Besucher jeweils allein, zu zweit oder als Familie in die offene Kirche, ebenso am ersten und zweiten Weihnachtstag. Und es wurde draußen stets geduldig mit Abstand gewartet.“ Positiver Nebeneffekt der digitalen Angebote: „Man erreicht noch mehr Leute zusätzlich zu den sonst stattfindenden Präsenzgottesdiensten. Diese Kombination werden wir auch nach Corona weiter verfolgen.“

Als „Spitzenprodukt“ bezeichnet Kirsten Schumann die „Holy Night“ in der Nachbarstadt Halle: Eigentlich findet dieser besondere Gottesdienst mit seinem musikalischen Schwerpunkt und einer Band aus Jugendlichen jedes Jahr „um 25 Uhr statt, das heißt um 1 Uhr am 25. Dezember“, erklärt Pfarrer Bernd Eimterbäumer. Digital war er diesmal schon an Heiligabend zu verfolgen – und so wurde die „Holy Night“ mit Bernd Eimterbäumer und der Jugend-Band um Hendrik Schubert allein bis Sonntag fast 1600 Mal aufgerufen.

„Viele haben auch auf Facebook und Instagram positive Rückmeldung gegeben“, freut sich der Pfarrer. Auch nach Corona wolle man diesen Gottesdienst zusätzlich online streamen. „Wenn junge Leute aus Halle weggezogen sind, dann treffen sie sich oft in der ‚Holy Night‘ wieder“, weiß Bernd Eimterbäumer. „Das fehlte nun, und an dieser Stelle tut es eben auch noch einmal weh, keine Präsenzgottesdienste zu haben.“ Auf der anderen Seite ermutigten ihn die Rückmeldungen – etwa von einer früheren Konfirmandin, die inzwischen in Neuss lebt: „Sie rief extra an, um mir zu sagen, wie sehr sie sich freue, das online verfolgen zu können.“

Da bringen es die Worte von Pfarrerin Silke Beier im Online-Familiengottesdienst aus der Wertheraner St.-Jacobi-Kirche auf den Punkt: „Ich glaube, dieses Jahr kann Weihnachten auch anders schön sein. Sammelt die schönen Momente dieses Weihnachtens!“

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