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Mobilfunkabdeckung untersucht: LTE-Versorgung in einigen Haller Ortsteilen ist schlecht

Im Außenbereich geht oft gar nichts

Halle (WB). Dass das Ergebnis der Mobilfunkabdeckung im Raum Halle nicht unbedingt glorios ausfallen würde, hatte manch einer in der Politik schon erwartet. Doch dass das Ergebnis der Unterversorgung bei 4G vor allem in den Außenbezirken und ländlichen Gebieten von Halle so schlecht sein würde, hat manche im Haupt- und Finanzausschuss dann doch überrascht. Ein Vertreter der Fachfirma Corwese aus Bayern stellte die Ergebnisse vor.

Stefan Küppers

Diese Karte verdeutlicht die Versorgung mit LTE-Technik (4G) durch die Telekom. Grüne Streifen bedeuten sehr gute Versorgung, blau gute bis befriedigende Versorgung, rot hingegen schlecht versorgt bis unversorgt. Berechnet ist Mobilfunkversorgung in Häusern. Foto: Corwese

Ergebnisse zwischen dem 1. Oktober und dem 5. November 2019 erhoben

Die Ergebnisse der rund fünfwöchigen Mobilfunkmessung durch das auf Breitbandberatung und Beratung von Kommunen spezialisierte Unternehmen Corwese GmbH aus Bayern wurden im Zeitraum zwischen dem 1. Oktober und dem 5. November 2019 erhoben. Dazu war Corwese-Mitarbeiter Franz Niedermaier zusammen mit einem Kollegen auf sämtlichen Haller Straßen, sogar Schotter- und Waldwegen, mit einem Spezialfahrzeug unterwegs, um mit einem teuren Gerät („Das kostet mehr als 100.000 Euro“) alle fünf bis zehn Meter die tatsächliche Mobilfunkversorgung zu messen.

Wer in Halle nur mobil telefonieren oder zum Beispiel SMS verschicken will, der ist laut Prüfbericht von Corwese ganz gut bedient. Demnach ist die GSM (2G)- Outdoor-Versorgung in Halle im Zentrum sehr gut, in den außen liegenden Bereichen ist die Versorgung ausreichend. Das gilt für alle drei Netzbetreiber (Telekom, Vodafone und Telefonica, letztere vertreibt u.a O2). Einzig die Feuchtwiesen Hörste seien bei allen Netzbetreibern unterversorgt.

Das gleiche gilt laut Bericht auch für die GSM (2G)-Versorgung innerhalb von Gebäuden, wo durch Wände ein Dämpfungseffekt mit eingerechnet werden muss. GSM steht für „Global system for mobile communication“, während das G in 2G für 2. Generation steht.

Massive Unterversorgung in den Außenbereichen beim Mobilfunkstandard 4G

Größere Unterschiede zwischen den Netzbetreibern und die massive Unterversorgung in den Außenbereichen werden beim Mobilfunk der 4. Generation (4G), der LTE-Technik, deutlich. Hier stellt Corwese fest, dass die Versorgung im Freien (Outdoor) in der Stadt bei allen Netzbetreibern sehr gut ist. Während Corwese die 4G-Versorgung außerorts bei der Telekom für immerhin befriedigend bis ausreichend einschätzt, wird die Versorgung von Vodafone und O2 außerorts als schlecht bis unterversorgt klassifiziert.

Wenn jedoch eine Dämpfung durch Hauswände (12 Dezibel) hinzu gerechnet wird, dann ist die Indoor-Versorgung mit 4G-LTE-Technik bei allen Netzbetreibern laut Corwese außerhalb des Haller Zentrums schlecht bis unterversorgt. Streamen oder Surfen im Internet mit Mobilfunkgeräten ist dann an manchen Standorten kaum möglich.

Für Verbesserung im Außenbereich müssten zwei bis drei neue Masten gebaut werden

Laut Ingenieur Franz Niedermaier von Corwese hält die Telekom in Halle mehr Sendemasten für Mobilfunk als deren Mitbewerber vor. Um die Situation insbesondere im Außenbereich grundlegend zu verbessern, müssten nach Niedermaiers Einschätzung zwei bis drei neue Sendemasten gebaut werden. Das reiche wegen der überwiegend flachen Landschaft wohl aus, meint der Fachmann. Hierzu müsse die Eignung von Sendestandorten mittels einer Software, die Ausbreitungsplots berechnet, näher untersucht werden.

Wenn die Stadt Halle selbst die Kosten für eine optimierte LTE-Versorgung (4G) tragen wolle, müsse bei aller Vorsicht vermutlich mit einem höheren sechsstelligen Betrag gerechnet werden, vermutet Experte Klaus Niedermaier.

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