1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Halle
  6. >
  7. Immer mehr kleine Ausreißer

  8. >

Mindestens 14 Fundkatzen sind 2017 schon im Tierheim abgegeben worden

Immer mehr kleine Ausreißer

Halle (WB). Das Tierheim in Bielefeld nimmt immer häufiger Fundkatzen aus Halle auf. Mindestens 14, möglicherweise aber sogar 19 kleine Streuner sind in diesem Jahr dort schon abgegeben worden. Darum weist das Ordnungsamt darauf hin, dass Katzenhalter, die ihre Vierbeiner ins Freie lassen, sie kastrieren und tätowieren oder chippen lassen müssen. Eine Registrierung über den Tierarzt oder das Haustierregister Tasso ist sinnvoll.

Klaudia Genuit-Thiessen

Kastrieren, tätowieren und registrieren ist sinnvoll, um vermisste Tiere schnell wieder zu bekommen, wissen Katzenfreundin Tina Wilke (mit Kater Loui), Helmut Tiekötter, Vorsitzender des Tierschutzvereins, und Sachbearbeiterin Anke Hanke (von links).    Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Für Tina Wilke und ihre Familie ist alles noch einmal gut gegangen, als Kater Jacky an einem Donnerstag aus der Ravensberger Straße verschwand und als Fundtier im Tierheim in Sennestadt abgegeben wurde. »Ich habe nicht gleich Panik geschoben, sondern erst das Wochenende abgewartet und montags alles abtelefoniert: Tierarzt, Polizei, Bürgerbüro – dann konnte ich den Kater im Tierheim abholen«, erzählt die Mutter von zwei Töchtern.

Einige Zeit zuvor war Jackys älterer Bruder Loui, schon einmal ausgebüxt und möglicherweise zwei Tage in einem Gartenhaus oder einer Garage eingesperrt. Damals hatte Tina Wilke sogar Suchplakate drucken lassen. Auch in diesem Fall hatte die Familie den Ausreißer wieder bekommen.

Viele »Freigänger« werden nur oberflächlich betreut

»Fast jede Hauskatze flitzt doch mal raus. Da ist man als Besitzer schnell einmal auf Hilfe angewiesen«, weiß Helmut Tiekötter, der Vorsitzende des Tierschutzvereins Bielefeld und Umgebung, um den Sinn einer »Katzenschutzverordnung« bei vermissten Tieren. Die Stadt Halle hat mit dem Tierschutzverein einen Vertrag abgeschlossen. Danach nimmt dieser Tiere in Verwahrung, die im Stadtgebiet gefunden und von den Findern freiwillig oder auf Anordnung der Stadt abgeliefert werden.

Geregelt ist das in Halle in Paragraf 5, Absatz 4 der Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Wörtlich: »Katzenhalterinnen und Katzenhalter, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, haben diese zuvor von einem Tierarzt kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Dies gilt nicht für weniger als 5 Monate alte Katzen. Als Katzenhalter/-in im vorstehenden Sinne gilt auch, wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt.«

Diese Vorschrift habe man 2010 erlassen, weil die Katzenpopulation in Halle überproportional angestiegen sei, unterstreicht Friedhelm Korenke, Abteilungsleiter Ordnung, Schule, Kultur und Sport. 2013 habe es nur zehn Fundkatzen in Halle gegeben, ein Jahr später schon 13, 2016 sogar 20 Fundkatzen.

Viele Katzenbesitzer hielten ihre Tiere als »Freigänger« und betreuten sie nur sehr oberflächlich. Immer mehr Halter versäumten es auch, die Katzen kastrieren zu lassen, so dass sie sich unkontrolliert vermehrten. »Die Jungtiere wandern auf der Suche nach Nahrung und eigenen Revieren ab, landen entweder als Fundtiere im Tierheim oder verwildern.«

Registrierung bietet Tierhaltern Schutz

Im Tierheim, wo jedes Jahr bis zu 600 Katzen aus Bielefeld, Halle und Versmold landen, versucht man möglichst, die Tiere wieder ihren Besitzern zurückzugeben. Das ist wesentlich einfacher, wenn sie gekennzeichnet und registriert sind. Die Registrierung biete Schutz und Sicherheit und helfe, vermisste Tiere vor dem endgültigen Verschwinden zu schützen, ist Tiekötter überzeugt. Im Vermisstenfall könne man die 24-Stunden-Notruf-Hotline wählen: 06190/937300.

Startseite