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Beim Touch-Tomorrow-Stream erleben Schüler des Kreisgymnasiums Mobilitätstrends der Zukunft

In einer halben Stunde bis Berlin

Halle

Die Mobilität der Zukunft ist vor allem schnell. Mit bis zu 1200 Stundenkilometer schnellen Hyperloops werden Menschen in einer halben Stunde von Hamburg nach Berlin fahren können. Schüler des Kreisgymnasiums Halle haben sich virtuell in einem sogenannten Touch-Tommorow-Truck von der Mobilitätszukunft berühren lassen.

Johannes Gerhards

Der Touch-Tommorow-Truck vermittelt Schülern anschaulich Szenarien für die Mobilität der Zukunft. Schüler des Kreisgymnasiums Halle besuchten den Truck jetzt virtuell. Foto: Touch Tommorow

Der TouchTomorrow-Truck tourt durch ganz Deutschland und steht ganzjährig für jeweils eine Woche an einer Schule – normalerweise. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen fallen derzeit die analogen Besuche aus. Stattdessen bieten die Dr.-Hans-Riegel-Stiftung und IW Medien den bereits zugesagten Schulen mit dem »Touch-Tomorrow-Stream« ein Online-Angebot an.

In dieser Woche war der Truck virtuell zu Gast am Kreisgymnasium. In drei jeweils einstündigen von den »MINT-Coaches« Lina Braun und Hanna Wagner moderierten Onlinekonferenzen ging es vor allem um die Mobilitätstrends der Zukunft. Schülerinnen und Schüler waren mit ihren Lehrern über die Kommunikationsplattform Teams zugeschaltet, konnten Quizfragen beantworten und per Chat Fragen stellen. Neben der MINT-Klasse 9c nutzten eine Mischgruppe aus verschiedenen Jahrgängen und die Leistungskurse Physik und Chemie aus der Q1 das von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Projekt zur Berufsorientierung.

Fahren wird sicherer, sauberer, schneller und effizienter

»Mobilität der Zukunft bedeutet, dass Fahren sicherer, sauberer, schneller und effizienter wird«, war zu erfahren. Neben Elektrofahrzeugen, die ihren Reiz natürlich hauptsächlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen entfalten, wird der Wasserstoffantrieb eine zunehmende Bedeutung erlangen. Aus den Ausgangsstoffen Sauerstoff und Wasserstoff produzieren Brennstoffzellen beim Fahren den notwendigen Strom und als einzige Emission reines Wasser.

Neben dem autonomen Fahren im Bereich des Individualverkehrs zeichnen sich auch grundlegende Änderungen bei öffentlichen Personentransportmöglichkeiten ab. Anstelle von rund 300 Stundenkilometern, die ein heutiger ICE ohne Probleme erreichen kann, werden die Menschen zukünftig mit etwa 1.200 km/h unterwegs sein. Die Fahrtzeit von Hamburg nach Berlin reduziere sich auf eine halbe Stunde, es sei also möglich in Hamburg zu wohnen und eine Schule in Berlin zu besuchen, erläutern die Moderatorinnen.

Möglich wird diese Technologie, die in absehbarer Zeit Inlandsflüge ersetzen soll, durch die Kombination aus Magnetschwebetechnik und den Luftwiderstand reduzierenden Vakuumröhren. Unter der Bezeichnung »Hyperloop« wird an diesem Projekt derzeit weltweit geforscht. Der kanadische Unternehmer Elon Musk, unter anderem bekannt durch den Bezahldienst PayPal, das Raumfahrtunternehmens SpaceX und den Elektroautohersteller Tesla, veranstaltet auf seinem Testgelände regelmäßig Wettbewerbe und Versuchsfahrten internationaler Forscher.

Schüler wollen Ticketpreise im Hyperloop wissen

Bei der Fragerunde wollten die Schüler unter anderem wissen, ob Forschungsgelder nur im Erfolgsfall gezahlt werden und wie es sich mit den Ticketpreisen im Hyperloop verhält. Die beruhigende Antwort für zukünftige Forscher lautet natürlich, dass der Lebensunterhalt auch dann gesichert ist, wenn sich der persönliche Ansatz als Sackgasse herausstellt. Eine Fahrt im Hyperloop soll für normal Verdienende erschwinglich sein, deswegen werden sich die Fahrkarten den Moderatorinnen zufolge am Preis für den ICE orientieren. In einem Punkt mussten sie allerdings etwas verschämt einräumen, dass auch der Tomorrow-Truck noch immer durch »einen alten Diesel« angetrieben wird. Insofern kommt der Stream unter dem Aspekt CO2-Bilanz deutlich besser weg.

Über die Webseite www.touchtomorrow.de wird unter anderem ein »MINT-Navi« für die Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bereit gestellt. Zusätzlich gibt es weitere Informationen zu Ausbildung und Studium und ein so genanntes »Selbsterkundungstool«, mit dessen Hilfe sich geeignete Hinweise zur Berufswahl nach unterschiedlichen Kriterien finden lassen.

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