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Halle/Borgholzhausen

Jungforscher erfinden Strom zum Mitnehmen

Halle

Strom to go: Vereinfacht ausgedrückt ist es genau das, was Milan Bültmann (17) und Fabian Umhang (20) entwickelt haben und am 20. Februar bei „Jugend forscht“ der Jury vorstellen werden.

Kerstin Eigendorf

Die beiden Nachwuchs-Tüftler Fabian Umhang (links) aus Borgholzhausen und Milan Bültmann aus Halle machen mit ihren flexiblen Energiespeichern bei „Jugend forscht“ mit. Foto: Kerstin Umhang

„Wir haben uns einen flexiblen Energiespeicher ausgedacht, der es möglich macht, elektrische Energie zu speichern und in einer Art viereckigem Kasten zu transportieren“, erklärt Fabian Umhang, der Elektriker-Azubi bei Versorgungstechnik Stüve in Halle ist. Und der Haller Gesamtschüler Milan Bültmann ergänzt: „So ist der Strom immer verfügbar, man ist nicht auf Kabeltrommel oder Steckdose angewiesen, und man kann ihn zum Beispiel als Energiequelle ins E-Auto packen.“ So etwas gebe es bislang in Form der so genannten Power-Banks nur für Handys, aber nicht in anderen Bereichen. „Und geht es darum, dass man Strom quasi überall hin mitnehmen kann“, sagt Fabian Umhang.

Vor einem Jahr haben die beiden jungen Männer ihre Idee im Fachbereich Technik bereits der Jury von „Jugend forscht“ auf Regionalebene vorgestellt. Und sie haben den ersten Platz belegt. „Doch dann wurden die Wettbewerbe auf Landesebene in NRW wegen Corona abgesagt“, erzählt Milan Bültmann. Da sei die Enttäuschung bei allem Verständnis natürlich groß gewesen. Doch die Beiden sind keine Typen, die sich hängen lassen. Sie haben die Ärmel hochgekrempelt und an ihrem Projekt weiter gefeilt. Im zur Tüftler-Werkstatt umgestalteten Keller von Fabian Umhangs Familie in Borgholzhausen haben sie Stunde um Stunde verbracht. „Wenn ich für die Zeit dort wenigstens den Mindestlohn bekommen hätte, stünde in unserer Garage nun ein Tesla“, sagt der Technikfan lachend.

Das Stichwort Tesla ist nicht zufällig gewählt. Das US-amerikanische Unternehmen, das Elektroautos und Stromspeicheranlagen produziert und vertreibt, ist Sinnbild für die Leidenschaft der beiden jungen Männer. „Wir stellen uns vor, dass man unsere Akkus irgendwann über die heimische Photovoltaikanlage kostenlos lädt und sie dann für die längere Tour mit dem E-Auto als Ersatzakku dabei hat“, gibt Milan Bültmann Einblick in die Zukunftsvisionen der Jungforscher. Längerfristig sei auch vorstellbar, dass es ähnlich wie bei Propangasflaschen auch Anlaufstellen zum Aufladen ihrer flexiblen Energiespeicher gibt.

Doch wie kommen zwei junge Männer auf so eine Idee? Angefangen hat alles mit dem Bobbycar-Supercup. Fabian Umhang sehnte sich nach mehr Technik bei dem Wettbewerb. „Ich wollte die Ladezeit der Autos umgehen“, erinnert sich der 20-Jährige. Als er beim Navigatortag des Haller Kreisgymnasiums auf Milan Bültmann trifft, haben sich zwei Seelenverwandte gefunden. Physik, Elektrotechnik und Informatik: Das verbindet sie. Den Impuls, bei „Jugend forscht“ dabei zu sein, gab die Ravensberger Erfinderwerkstatt.

Als Team werden sie am 20. Februar – leider diesmal nur digital – ihre Erfindung vorstellen. Eigentlich wollten sie ein elektrifiziertes Kettcar zeigen, bei dem ihr Akku den Motor mit Strom versorgt. „Das vorzuführen geht aber im Schnee und bei der Kälte nicht“, betont Milan Bültmann. Deshalb werden sie mit einem E-Roller zeigen, dass ihre Energieeinheit das Fahrzeug starten kann. Und die Beiden sind sicher: „Platz eins ist auch diesmal wieder drin!“

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