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CDU und FDP lehnen Einengungen und Verkehrsbehinderungen als überfüssig und teuer ab - Kritik der Feuerwehr

Keine Einigkeit zu Tempo-30-Zone im Haller Westen

Halle (SKü). Die Ausführungsplanung für die Einführung einer flächendeckenden Tempo-30-Zone in der westlichen Innenstadt ist gegen den Widerstand von CDU und FDP im Bau- und Verkehrsausschuss mit den Stimmen von SPD, Grünen und UWG beschlossen worden.

Die Ausweisung einer flächendeckenden Tempo-30-Zone mit vielen neuen Einengungen im Haller Westen (hier an der Kaiserstraße) ist umstritten. Foto: Genuit

Diese Planung sieht verschiedene Einengungen an Zebrastreifen, Kreuzungspunkten sowie in Straßenverläufen vor, um das Verkehrstempo in dem Quartier zwischen B68 und Goebenstraße sowie Gausekampweg und Bahnhofsstraße deutlich zu reduzieren. Kritik am Konzept war insbesondere auch von der Feuerwehr geübt worden.

Wie bereits kurz berichtet, hatte die Feuerwehr in ihrer Stellungnahme Sorgen bezüglich verschiedener Verengungen geäußert, womit sie die vorgegebenen Eintreffzeiten von Einsatzkräften insbesondere bei der Fahrt zum Feuerwehrgerätehaus gefährdet sieht. Die Verwaltung nahm schließlich einige ursprünglich geplante Verengungen im Aufmündungsbereich von Bismarckstraße/Kaiserstraße wieder zurück, um einen Kompromiss zu erzielen. Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann machte aber deutlich, dass die Rücknahme nicht zwingend sei, wie Schleppkurven-Berechnungen für Lkw bewiesen hätten. Durch die ursprünglich geplanten Engstellen käme eine Feuerwehr-Drehleiter ohne Probleme durch, auch das Straßenverkehrsamt habe die alte Lösung mitgetragen.

Dieter Jung (Grüne) plädierte leidenschaftlich für eine Beseitigung der unterschiedlichen Tempobegrenzungen im Quartier: „Nur in größeren Flächen wird Tempo 30 von Autofahrern akzeptiert.“ Für die Feuerwehrleute betrage der Zeitverlust nur sieben Sekunden, rechnete Jung vor. Er schlug vor, dass die Ampel an der Bismarckstraße/B68 durch Fernschaltung in der Leitstelle für die anrückenden Feuerwehrleute auf Grün geschaltet werden könne, um wieder Zeit zu gewinnen.

Thomas Tappe (CDU) hingegen hält viele geplante Verkehrsbehinderungen für überflüssig und teuer. Über Einzelmaßnahmen zur Schulwegsicherung könne man ja reden. Aber insgesamt sei das Quartierskonzept nicht gerechtfertigt. Tappe unterstützte wie auch Klaus-Peter Kuntze (FDP) die Forderung der Feuerwehr nach einem Verkehrsgesamtkonzept.

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