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Wie sich das Baugeschäft Koch und Walter auf die Zukunft einstellt

Kopf und Hand müssen passen:Worauf es auf’m Bau ankommt

Halle (WB). Überall auf dem Bau gibt's viel zu tun. »Der Handwerker, der sofort kann, ist vermutlich der falsche«, sagt Siegfried Walter mit einem Augenzwinkern.

Margit Brand

Sie haben sich gefunden und arbeiten erfolgreich zusammen: Günter Koch (69), Waldemar Kapsiak (42) und Siegfried Walter (63, von links) bilden das Führungstrio der Haller Baugesellschaft Koch und Walter. Foto: Margit Brand

Volle Auftragsbücher, wie auch die Baugesellschaft Koch und Walter sie vorweisen kann, darf dann entsprechend als Qualitätsmerkmal angesehen werden. Das Unternehmen am Künsebecker Weg besteht in diesen Tagen seit 15 Jahren, wenngleich die Wurzeln deutlich weiter in die Vergangenheit reichen. Gegründet wurde es von Wilhelm Birkemeyer im Jahr 1928, Großvater von Günter Koch (69), der heute gemeinsam mit Siegfried Walter (63) und Waldemar Kapsiak (42) die Geschäftsleitung bildet. »Mein Onkel, der auch Wilhelm Birkemeyer hieß, übernahm die Firma. Als ich 28 Jahre alt war, ermunterte er mich, einzusteigen«, erzählt Koch. Vier Jahrzehnte später hat er diesen Weg nie bereut. »Meine zwei Ausbildungen, kaufmännisch und als Maurer, waren sehr hilfreich.«

Auf dem Bau lernte Koch dann Siegfried Walter kennen, der zu dem Zeitpunkt bereits 30 Jahre als Maurer gearbeitet hatte. »Als mich mein Kollege 2003 auf eine Mitwirkung in der Firmenleitung ansprach, überlegte ich nicht lange«, sagt Koch. Dass vor gut einem Jahr Waldemar Kapsiak ebenso auf ein solches Angebot reagierte, freut das eingespielte Duo.

Hier zeigt sich, was aus guten Lehrlingen werden kann: 1993 begann der junge Mitgesellschafter seine Ausbildung in der Firma, die damals noch Birkemeyer & Koch hieß. Bis 2003 blieb er im Haus, machte dann seinen Hochbautechniker, war drei Jahre lang Bauleiter und wagte dann den Schritt in die Selbstständigkeit. Immer wieder gab es dabei Anknüpfungspunkte zum ehemaligen Lehrbetrieb, in dem Kapsiak nun seit 2017 das Führungstrio komplettiert. Die Zukunft des Betriebes ist gesichert.

Im August soll wieder ein Azubi starten. Günter Koch, selbst im Prüfungsausschuss der Kreishandwerkerschaft in Gütersloh tätig, weiß um die Schwierigkeit, guten Nachwuchs zu bekommen. Aktuell ist bei Koch und Walter ein viel versprechender Praktikant aus Afghanistan tätig, vermittelt über das Ravensberger Jugendbildungshaus. Und noch ein weiterer Bewerber ist im Rennen. Die Anforderungen, die der Beruf stellt, sind weit höher als gemeinhin angenommen. Von wegen »dumm und stark«: Kopf und Hand müssen gut zusammenarbeiten.

Die Zeiten, in denen eine Kolonne mit vier Maurern und zwei Handlagern auf der Baustelle anrückten, sind lange vorbei. Ein Minikran hilft, großformatige Steine zu setzen. Müssen Wände eingerissen werden, bleiben laute Dreckschleudern wie der Kompressor immer häufiger aus. »Wir haben moderne Maschinen angeschafft, um weniger Krach und Staub zu verursachen«, erklärt Walter. »Kunden erwarten das.«

Zumal Koch und Walter besonders auf Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten bei gewerblichen Kunden spezialisiert sind. Wenn da die Maurer im Haus sind, müssen auch andere weiterarbeiten. Koch und Walter hat in Halle und Umgebung einen großen Kreis von Stammkunden. Und da sei es Ehrensache, dass schnell reagiert wird, wenn bei denen mal Not am Mann ist - volle Auftragsbücher hin oder her. Siegfried Koch: «Mit zehn Mitarbeitern hat unser Betrieb die erforderliche Größe, flexibel auf Unvorhergesehenes reagieren zu können.«

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