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Werbekampagne zur royalen Hochzeit - auch ZDF in der Kritik

Meghan Markle als Schokokuss? Storck handelt sich Shitstorm ein

Halle (WB/in/epd). Als »blöd und peinlich« bezeichnet der Haller Süßwaren-Hersteller Storck selbst eine Werbung für die Dickmann’s Schokoküsse, die einige Zeit auf Facebook zu sehen war.

Screenshot, Quelle: Meedia. Foto:

»Wir entschuldigen uns dafür in aller Form«, erklärte Unternehmenssprecher Dr. Bernd Rössler dem WESTFALEN-BLATT. Der Post sei so schnell wie möglich von der Seite genommen worden, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.

Gezeigt wurde auf Facebook ein Schokokuss in weißem Hochzeitskleid mit Krönchen; Überschrift: Ein »Schaum in Weiß«. Der dazugehörige Text bezog sich auf die  royale Hochzeit von Prinz Harry und Meghan am Samstag in London: »Was guckt Ihr denn so… wollt Ihr heute nicht auch Meghan sein?« Facebook-Nutzer erkannten darin eine Anspielung auf die dunkle Hautfarbe der Braut und warfen dem ostwestfälischen Unternehmen Rassismus vor.

Kritik an Adelsexperten

Meghan Markle ist die erste Frau mit einem afroamerikanischen Elternteil, die Mitglied der britischen Königsfamilie wird – ein Thema, das allerdings in der britischen Medienberichterstattung rund um die Hochzeit gar keine Rolle spielte.

Dafür aber in der deutschen. Die Herkunft der Braut war immer wiederkehrendes Gesprächsthema für die Adelsexperten beim ZDF. Auf dem medienkritischen Blog »Übermedien.de« gibt es einen Zusammenschnitt der Szenen, in denen die afroamerikanische Herkunft – oder der »afroamerikanische Esprit« – der Braut aufgegriffen wird.

ZDF weist Rassismus zurück

Das ZDF hat den Vorwurf des Rassismus »entschieden« zurückgewiesen. Programmbeschwerden lägen dazu bisher nicht vor, allerdings gebe es kritische Zuschauerreaktionen, erklärte das ZDF am Dienstag in Mainz auf epd-Anfrage.»Ist die Queen da so großzügig und sagt: 'Die beiden werden ja niemals König und Königin, da können wir uns auch mal so ein exotisches Paar leisten', ich sag es mal so salopp...«, zitierte die »taz« ZDF-Moderator Norbert Lehmann.

Der Wandel des britischen Königshauses hin zu einer weltoffeneren Monarchie sei ein Thema von großem öffentlichen Interesse, auch in Deutschland, erklärte das ZDF. Daher sei es journalistisch angemessen gewesen, auch die Frage nach der Herkunft von Meghan Markle in den Gesprächen mit den Experten zu beleuchten. In der rund vierstündigen Live-Übertragung des ZDF habe es insgesamt zwei Gesprächsrunden dazu gegeben. Dabei seien einige Formulierungen der Sendung auch im eigenen Hause selbstkritisch diskutiert worden.

Weiter räumte der Mainzer Sender ein: »In der Tat wäre es wünschenswert gewesen, einer Repräsentantin oder einem Repräsentanten der schwarzen Community in Großbritannien in der Sendung noch mehr Raum zu geben.« Aus Termingründen sei es aber der Autorin und Kolumnistin Afua Hirsch nur möglich gewesen, in einem Gespräch am Außen-Set die Bedeutung der afroamerikanischen Wurzeln von Meghan Markle für die britische Gesellschaft zu erläutern.

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