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Die Bielefelder Metalcore-Band Ascendency arbeitet an ihrem „Aufstieg“

Mehr als ein Hobby

Bielefeld (WB). Mit einer einzigen Frage fing 2009 alles an. Inmitten der überfüllten Bielefelder Stadtbahn rief jemand „Ey, spielt hier zufällig irgendwer Bass?“, und die Zwillinge Max und Ando, die gerade das erste Semester ihres Lehramtsstudiums begonnen hatten, wurden hellhörig. Die beiden gebürtigen Haller fanden den Rufer und mit ihm gleich eine ganze Band: Dark Daze Ahead.

Kerstin Panhorst

Nach einer mehrjährigen Pause wollen (von links) Sarina (Rhythmus-Gitarre), Markus (Lead-Gitarre), Max (Gesang), Ando (Bass) und Lance (Schlagzeug) mit ihrer Bielefelder Band Ascendency nun voll durchstarten. Foto: Kathi Haupt

Knapp ein Jahr später trennten sich die Wege der Band und des bisherigen Frontmanns Michael, die verbleibenden Mitglieder vollzogen einen Stilwechsel weg von Gothic hin zum Metalcore und gaben sich mit „Ascendency“ einen neuen Namen. Erste Auftritte absolvierte das Bielefelder Quintett damals im Haller Jugendcafé Planbar.

Nach jahrelanger Pause sprang der Funke plötzlich über

Der Name „Ascendency“ (Engl. für „Aufstieg“) soll eine Botschaft sein. „Wenn du mit Herzblut bei einer Sache bist, sie mit Leidenschaft verfolgst, dann wirst du deine Ziele erreichen“, erklärt der heutige Sänger Max. Dass man dabei manchmal Umwege gehen muss, hat das Bielefelder Post-Hardcore-Quintett selbst erlebt. Im September 2011 erschien mit „The Cold Within“ ihr erstes Album, Liveauftritte und eine wachsende Fangemeinde – inklusive eines russischen Fanclubs auf MySpace mit rund 3000 Mitgliedern – kamen hinzu. Doch alle Bandmitglieder steckten mitten in ihrem Studium und beschlossen, das Projekt auf Eis zu legen. Fünf Jahre lang passierte nichts, bis die fünf bei einem Revival-Abend in Erinnerungen schwelgten und der Funke plötzlich wieder übersprang.

Seit 2017 steht die Band wieder gemeinsam auf der Bühne und hat bereits mehr als 50 Live-Shows gespielt, darunter viele Open-Air-Festivals wie die Rockwiese Bad Oeynhausen, das Waldbrand Open Air Helmstedt oder auch das Rock on the Beach in Bielefeld.

Mehrstimmiger Gesang und elektronische Spielereien

Musikalisch prallt beim Post-Hardcore-Quintett akzentuierte Aggression auf emotionale Sounds, veredelt mit mehrstimmigem Gesang und elektronischen Spielereien. Inhaltlich haben Ascendency dabei drei große Grundpfeiler. In ihren Liedern geht es zum einen um zwischenmenschliche Beziehungen wie in der aktuellen Single „Go for War, Darling“, aber auch um gesellschaftskritische Statements gegen Egoismus und Unterdrückung sowie um kulturelle Einflüsse, die sie in Anspielungen oder Zitaten einfließen lassen.

Die musikalische Bandbreite der Eigenkompositionen reicht von der Feuerzeugballade bis zum Mosh-Pit-tauglichen harten Beat, und bei den Liveshows gehören akrobatische Einlagen dazu. Verschiedene Sprünge und ein einhändiger Flic-Flac zählen zu den Signature Moves der Zwillinge Max und Ando, die hauptberuflich beide als Sportlehrer arbeiten.

Sänger Max

„Wir wollen nicht reich und berühmt werden, wir gehen alle anständigen Berufen nach. Aber es ist mehr als ein Hobby, es ist eine Leidenschaft“, sagt Sänger Max über die Bedeutung der Band. Und diese Leidenschaft möchten Ascendency nun weiter voran treiben. Am 25. Dezember erscheint ihre neue EP, im nächsten Jahr sollen verschiedene Liveauftritte folgen.

Langfristiges Ziel ist es, bei einem kleinen Label mit eigener Booking Agentur unterzukommen. Doch bevor es soweit ist füllt jedes der Bandmitglieder sein eigenes Ressort aus. Sänger Max kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit und Booking, Bassist Ando ist der musikalische Kopf der Band und komponiert die Lieder. Leadgitarrist Markus ist für die Technik, das Equipment und die Instrumente zuständig, Drummer Lance ist ein begnadeter Texter und Rhythmusgitarristin Sarina entwirft alle Designs, vom Logo bis zum Merchandising.

Neue Platte ist gerade erst erschienen

Jede ihrer Platten ist bisher an Weihnachten erschienen, und auch dieses Mal behalten die Musiker diese Tradition bei. Seit dem 25. Dezember steht die neue EP mit fünf Stücken in digitaler Form zum Download bereit. Physisch als CD wird man sie allerdings erst bei der Release-Party in den Händen halten können. Die ist für den 11. Januar 2020 um 20 Uhr im JZ Stricker in Bielefeld geplant. Neben Ascendency werden dann auch die befreundeten Bands All Nine Yards, Hope Never Dies und Apeiro auf der Bühne stehen. Karten gibt es für 6 Euro an der Abendkasse.

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