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Olaf Sorges letzter Tag im Rathaus

Mit 16 Jahren bei der Stadt Halle losgelegt

Halle (WB)

43 Jahre, sechs Monate und 14 Tage: Wenige werden von sich behaupten können, so lange einem Arbeitgeber treu geblieben zu sein. Olaf Sorge kann es. Mit 16 Jahren begann er bei der Stadt Halle. Gestern ging er zum letzten Mal zum Dienst. Seine aktive Zeit als Verwaltungsbeamter ist nun zu Ende.

Kerstin Eigendorf 

Ein gutes Team: Olaf Sorge und seine Kollegin Ina Schmal haben so manche Wahl organisiert. Jetzt geht er mit 59 in Altersteilzeit. Foto:

Der 59-Jährige kann sich noch gut dran erinnern, wie er an einem Samstag mit seiner Frau Kathrin mit dem Hubwagen durch Halle fuhr, um Fähnchen für die Spiele der Handballweltmeisterschaft aufzuhängen. Die Nachbarin hatte Bleibänder hineingenäht und eine andere Nachbarin ein Preisausschreiben mitorganisiert. Für den gebürtigen Haller waren Veranstaltungen in der Heimatstadt ein Heimspiel. Dabei kam es ihm nicht auf die Minute an, die ein oder andere Überstunde machte ihm nichts aus. Auch beim Stichwort Wahlen: „Macht man es einmal, macht man es immer wieder“, sagt Sorge. Und so organisierte er Wahlhelfer, plante den Wahltag mit Auszählungen und sorgte für die Wahlbroschüre. Immer als Teamspieler, nicht als Einzelkämpfer.

Zuletzt war Olaf Sorge stellvertretender Bereichsleiter für Steuerung, Interne Dienste und Personal. Die Liste der Aufgaben, die sich dahinter verbergen ist lang: von Stellenausschreibungen bis hin zum Stadtmarketing. „So eine Vielfalt erwarten die Wenigsten von einem Verwaltungsjob“, betont er.

Das Projekt, das ihm immer in Erinnerung bleiben wird, ist die Entstehung des Bürgerzentrums Remise Mitte der 80er. „Da war von einem kulturpolitischen Eros-Center sogar die Rede“, erzählt er im Rückblick lachend und freut sich, was daraus geworden ist.

Langeweile wird im passiven Teil der Altersteilzeit ab heute sicher nicht aufkommen. Der Läufer (LC Solbad-Ravensberg) und Tennisspieler (TG Hörste) ist auch leidenschaftlicher Sammler von alte Hifi-Geräten und liebt Gartenarbeit. Mit einem Augenzwinkern betont er: „Begriffe wie Ortstreue, Bodenständigkeit und Zuwendung zum ostwestfälischen Raum sind mir nicht fremd.“

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