1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Halle
  6. >
  7. Neuer Nackenschlag: Laternenmarkt abgesagt

  8. >

Kein verkaufsoffener Sonntag am 8. November abgesagt – Schwierige Lage für Geschäftswelt

Neuer Nackenschlag: Laternenmarkt abgesagt

Halle (WB). Sigrun Lohmeyer, Vorsitzende der Haller Interessen- und Werbegemeinschaft (HIW), ist zum einen traurig und besorgt. Denn der mit vielen Ideen auf die Corona-Bedingungen vorbereitete Laternenmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag am 8. November muss abgesagt werden, was für die Organisatoren als auch die Geschäftsleute ein abermaliger Nackenschlag ist. Zum anderen zeigt sich die HIW-Vorsitzende entschlossen und kämpferisch, dass wegen des Laternenmarktes nicht im übertragenen Sinne weitere Lichter ausgehen.

Stefan Küppers

So fröhlich ging es noch vor einigen Jahren beim großen Laternenumzug in Halle am Rathaus zu. Und auch das Laternenfest am darauffolgenden Tag erfreute sich großer Beliebtheit bei Geschäftsleuten und Kunden. Dieses Jahr muss das Fest ausfallen. Archivfoto: Voss Foto:

Wirtschaftsförderer bittet Bürger um Unterstützung

Unter dem Motto lokal essen, kaufen und Kultur genießen ruft der Wirtschaftsförderer des Kreises Gütersloh, Albrecht Pförtner, in der sich verschärfenden Corona-Krise alle Bürger zur Unterstützung des örtlichen Handels, der örtlichen Gastronomie sowie der Kulturschaffenden auf. „Diese Branchen sind von Anfang an besonders von der Pandemie gebeutelt und leiden jetzt erneut unter der aktuellen Situation“, sagt Albrecht Pförtner,. Dabei geht es um wirtschaftliche Existenzen, aber auch um die Dinge, die eine Stadt bunt und interessant machen. „Kultur und Gastronomie bringen das Leben in die Stadt“, sagt Pförtner. „Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass in der Zeit nach Corona, wann auch immer das sein wird, noch etwas davon übrig ist.“

„Nutzen Sie den Lieferdienst Ihres Lieblings-Burger-Ladens, kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke im Laden vor Ort – viele Händler haben auch Online-Shops – und unterstützen Sie, wie es eben geht, die Kulturbranche“, so Pförtner. Eine Übersicht der lokalen Plattformen im Kreis gibt es auf www.prowi-gt.de, Stichwort „Support your local“. Aber wie kann die Kultur unterstützt werden, in einer Zeit, in der Kontakte reduziert werden sollen? Pförtner: Tickets und Gutscheine für Veranstaltungen oder Konzerte seien eine schöne Geschenkidee.

Eine ernste Lage

Eine ernste Lage für weite Teile der Haller Geschäftswelt hat die Corona bedingte Entwicklung dieses Jahres dennoch herauf beschworen. Denn nach einem fast zwei Monate andauernden Lockdown im Frühjahr mit entsprechenden Einnahmeausfällen für viele Haller Einzelhändler und Gastronomen sind diese Unternehmer auf Zusatzeinnahmen zum Beispiel durch verkaufsoffene Sonntage und bei Festivitäten mehr denn je angewiesen. Die Absage des Laternenmarktes ist da nur einer von vielen Rückschlägen in 2020, wie Lohmeyer weiß. Es begann mit der Absage der Veranstaltung „Halle blüht auf“ mit der Innenstadtkirmes im März. In der Folge mussten auch das besucherstarke Stadtfest „Haller Willem“ mit verkaufsoffenem Sonntag sowie als nächstes das beliebte Haller Late-Night-Shopping mit buntem Showprogramm auf dem Ronchin-Platz abgesagt werden.

Appell an Verdi

Wie wichtig gerade ein verkaufsoffener Sonntag sein kann, zeigte sich dann beim „Haller Herbst“ im September, als diese Veranstaltung eine enorme Resonanz sowohl bei Besuchern als auch Geschäftsleuten gefunden habe, wie Sigrun Lohmeyer betont. Das Einkaufserlebnis an einem Sonntag sei im übrigen in keiner Weise mit einem Samstag zu vergleichen. Das zeigten die langjährigen Erfahrungen der Geschäftsleute, sagt Lohmeyer. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte beim „Haller Herbst“ keinen Einspruch beim Gericht formuliert, was die HIW hoch erfreute. Um so kritischer wertet Sigrun Lohmeyer die grundsätzlich ablehnende Haltung von Verdi gegen begrenzte verkaufsoffene Sonntage, zumal in dieser Corona-Lage große Veranstaltungs-Konzepte eben kaum möglich seien. Ohne diese Konzepte will Verdi offene Geschäfte sonntags aber nicht akzeptieren. „Wir haben überwiegend inhabergeführten Einzelhandel. Mit seiner ablehnenden Haltung gefährdet Verdi Arbeitsplätze der Mitarbeiter, die die Gewerkschaft eigentlich schützen will“, kritisiert Lohmeyer.

Neuer Gutschein kann helfen

Was aus dem Nikolausmarkt und dem dann geplanten verkaufsoffenen Sonntag wird, könnte sich in den nächsten Tagen entscheiden. „Wir bleiben optimistisch und kämpfen weiter für umsetzbare Konzepte“, gibt Lohmeyer die Hoffnung (noch) nicht auf. Weil die Lage schwierig ist, freut sich die HIW-Vorsitzende über jede Unterstützung der Haller Geschäftswelt wie jetzt durch die von der Stadt aufgelegte neue Gutscheinaktion für Haller, die demnächst anläuft. Wie berichtet, sponsert die Stadt die Gutscheine mit 100.000 Euro. Lohmeyer: „Der Gutschein ist eine geniale Sache. Jeder Euro, der nicht in den Onlinehandel, sondern in Haller Handel und Gastronomie wandert, hilft unserer Stadt.“

Startseite