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Für mehr Verkehrssicherheit gilt durchgehende Regelung zwischen Halle und Pium

Nur noch Tempo 60 auf der B 68

Halle/Borgholzhausen (WB/SKü). Die Straßenverkehrsbehörde des Kreises hat sich am Ende durchgesetzt: Auf der B68-Strecke zwischen Halle und Borgholzhausen wird nun durchgehend Tempo 60 angeordnet. Zwei Hauptgründe gibt es für diesen Eingriff: Die Unfallzahlen sollen gesenkt werden. Und die systematische Verkehrsüberwachung mit Tempokontrollen wird einfacher.

Die Tempo-70-Schilder werden in diesen Tagen ausgetauscht. Dann darf nur noch maximal 60 km/h gefahren werden, was für Lkw eigentlich schon heute gilt. Foto: Stefan Küppers

Angelegenheit ging bis zum Verkehrsministerium

Seit einem Jahr hat das Straßenverkehrsamt des Kreises Gütersloh mit dem Landesbetrieb Straßen NRW immer wieder darüber diskutiert, wie den Problemen auf der B 68 mit mehr Verkehr und immer wieder größeren Unfällen am wirksamsten begegnet werden kann. In dieser Frage gab es durchaus unterschiedliche Auffassungen. Während der Landesbetrieb dem Vernehmen nach eher zu Einzelmaßnahmen tendierte, sprach sich das Straßenverkehrsamt für eine klare, allgemeine Lösung für den gesamten Streckenabschnitt aus. Am Ende hat das NRW-Verkehrsministerium eine Lösung empfohlen, die sich an den Vorstellungen des Kreises orientiert.

Demnach wird auf der B 68 zwischen der Haller Westumgehung und der Kreuzung mit der B 476 in Borgholzhausen-Bahnhof durchgehend Tempo 60 angeordnet. In diesen Tagen sollen die Schilder ausgetauscht werden. Bislang gilt in den meisten Bereichen Tempo 70. Dort, wo bislang Tempo 50 gilt, zum Beispiel im Aufmündungsbereich der Stockkämper Straße (Zufahrt zur A33-Baustelle) oder in Höhe des Gerry-Weber-Landhotels wird im Sinne der Gleichmäßigkeit auf 60 km/h erhöht. Zusätzliche Schilder sollen hier erhöhte Aufmerksamkeit erzeugen.

69 Unfälle in knapp einem Jahr auf kritischem Streckenabschnitt

69 Unfälle sind 2016 zwischen Januar und November auf dem 5,8 Kilometer langen Streckenabschnitt der B 68 gezählt worden. »Dabei gibt es kein bestimmtes Unfallmuster, das sich durch eine einzelne Maßnahme beheben ließe«, sagt Wolfgang Hildebrand, stellvertretender Leiter der Abteilung Straßenverkehr beim Kreis. Entscheidend sei die linear starke Zunahme des Verkehrs insgesamt. Demnächst, wenn die A33 Ende 2017 bis zum Schnatweg und ein Jahr später bis zur Alleestraße freigegeben wird, erwartet Hildebrand einen noch höheren Verkehrsdruck auf die Restlücke.

Auch um Vergleiche für die Folgejahre zu haben, hat das Straßenverkehrsamt am 26. und 27. April den Verkehr gezählt. Auf der B68 in Hesseln wurden in 24 Stunden 9427 Kfz in Fahrtrichtung Osnabrück sowie 8536 Kfz in Fahrtrichtung Bielefeld gezählt. »Das ist schon eine Hausnummer«, sagt Hildebrand und verweist auf den hohen Anteil des Schwerlastverkehrs. In Hesseln wurden in Fahrtrichtung Osnabrück am Tag 792 Lkw sowie 1679 Lkw-Züge gezählt. In der Gegenrichtung waren es 730 Lkw und 1491 Lkw-Züge.

Mit gemeinsamer Tempovorschrift für Pkw und Lkw werden Radarkontrollen einfacher

Lkw dürfen schon jetzt auf Landstraßen nicht schneller als 60 km/h fahren. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass viele Brummifahrer sich eher an den 70 orientieren, weil eben auch die Tempokontrollen in der Regel auf die für Pkw zulässigen 70 km/h ausgerichtet sind. Mit der Neuregelung können Pkw und Lkw gemeinsam einfacher überwacht werden.

Außerdem sollen die Folgen möglicher Unfälle begrenzt werden. Denn bei 70 km/ beträgt der Bremsweg auf trockener Strecke 47 Meter, auf nasser 67 Meter. Bei Tempo 60 sind nur noch 37 beziehungsweise 52 Meter.

Der Knotenpunkt Unter der Burg konnte durch eine veränderte Ampelschaltung in Borgholzhausen-Bahnhof entschärft werden. Nicht gut funktionierende Induktionsschleifen konnten alnge Verkehrsaufstauungen nicht verhindern. Das, so Hildebrand, habe sich verbessert. Gleichwohl bleibt das Problem des Bahnübergangs am Bahnhof Borgholzhausen. Wenn dort die Schranken den Verkehr für vier Minuten aufhalten, dauert die Auflösung der Staus oftmals die doppelte Zeit.

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