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Für Halles „rechte Herzkammer“ gibt es neue Ideen mit einem kleinen Gewerbeanteil

Plan für ein attraktives Wohnquartier

Halle (WB). Die alte Aldi-Markt-Planung in Halles sogenannter „rechter Herzkammer“ (das Herz liegt rund um die St. Johanniskirche) ist passé. Stattdessen setzen die Stadtplaner jetzt auf einen Schwerpunkt Wohnen mit vereinzelten gewerblichen Einheiten bei der Überplanung des Innenstadtquartiers zwischen der Martin-Luther-Straße sowie der Bahnhof- und Rosenstraße. Bei der Vorstellung im Planungsausschuss gab es jetzt von der Politik positive erste Rückmeldungen.

Stefan Küppers

Über die Entwicklung dieses Innenstadt-Quartiers wird seit Jahrzehnten diskutiert, ohne dass es bislang zu Umsetzungen gekommen wäre. Die neue Planung sieht einen Schwerpunkt Wohnen mit kleineren Gewerbeeinheiten vor. Autos müssten in Tiefgaragen verschwinden. Foto: Roger Loh

Stadtplaner Roger Loh skizzierte zunächst die Geschichte des Bebauungsplanes Nr. 62 „Innenstadt“, dessen erste Vorüberlegungen mit Parkhaus-/Parkdecklösung sowie größeren Märkten vor mehr als fünf Jahren bereits in die frühzeitige Bürgerbeteiligung gegangen war. 2018 schließlich folgten Überlegungen auf dem großen Parkgelände der Kreissparkasse und Nebenflächen einen großen Aldi-Markt mit darüber liegendem Parkhaus zu realisieren. Nachdem die Politik aber eine Aldi-Neubaulösung eindeutig am Künsebecker Weg präferiert, ist von der Bauverwaltung und dem Stadtplanungsbüro noch einmal neu nachgedacht worden.

Sicherung des Parkplatzbedarfes ist ein Sonderthema

Die jetzt vorgelegte Rahmenplanung hingegen betont jetzt Begriffe wie „städtebauliche Aufwertung“, „kleinteilige und maßstabsgerechte Bebauung“ sowie „Wohnen und wohnverträgliche gewerbliche Nutzungen“. Die Sicherung des Parkplatzbedarfes ist hier ein Sonderthema.

Loh stellte Ideen für eine schrittweise Entwicklung der einzelnen Grundstücke in dem Quartier vor, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Eigentümer abgestimmt sind. So könnte eine Grundeigentümerin, die einen langgezogenen Grünstreifen, bereits Bebauung realisieren, ohne dass dies sofort auch Aktivitäten im Bereich des benachbarten Möbelhauses erfordern würde. Dessen Eigentümer hatte bislang immer deutlich gemacht, dass er noch lange nicht an eine Aufgabe oder Abriss seiner Geschäftsräume denke.

Sollte er sich zu einem späteren Zeitpunkt doch dazu entscheiden, dann liegt mit der neuen Planung eine sofort umsetzbare Planungsvariante für den Bau weiterer Mehrfamilienhäuser vor. Diese Planung sei ein Angebot, kein Muss, wurde von Loh und der Verwaltung öfters betont.

Mehrgeschossigen Parkdeck ist „keine städtebauliche Empfehlung“

Während in den äußeren Bereichen des überplanten Quartiers die Schwerpunkte klar auf Wohnen in jeweils 3- bis 3,5-geschossigen Mehrfamilienhäusern ausgerichtet ist, schlägt Loh für den Bereich auf und um den jetzigen großen Parkplatz für die Häuser in den Untergeschossen auch eine gewerbliche Nutzung vor, zum Beispiel mit Läden vor. Loh hatte zwar auch eine Variante dabei, die auf der heutigen Parkfläche den Bau eines mehrgeschossigen Parkhauses/Parkdecks vorsieht. Doch dies sei nicht seine städtebauliche Empfehlung, sagte Loh.

Der Stadtplaner präferiert in dem Quartier Tiefgaragen-Lösungen, um die heute mehr als 90 Parkplätze zu ersetzen und Stellplätze für die Bewohner in den Neubauten zu schaffen. Gleichwohl gilt die Stellplatz-Frage noch als völlig offen, sowohl was eine mögliche Strukturierung (miteinander verbundene Tiefgaragen?) als auch Finanzierung (Parkraum-Bewirtschaftung?) angeht.

Die Bewertungen der vorliegenden Rahmenplanung von den Ausschussmitgliedern reichten von „Das hat viel Charme, ich sehe nun Chancen auf eine Realisierung“ (Ulrike Sommer, SPD) über „Beeindruckend, aber kann man Parken in Tiefgaragen noch bezahlen?“ (Wolfgang Schulz, CDU) bis hin zu „Das ist eine Gestaltungslösung mit einer positiven Vision“ (Jochen Stoppenbrink, Grüne). Nun wird in den Fraktionen beraten.

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