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Abfallberateraus dem Altkreis Halle werben für umweltbewusstes Verhalten: Feuchte Abfälle in Papier wickeln.

Plastik gehört nicht in die Biotonne

Altkreis Halle (WB). Die Oma mit den „Blockwartqualitäten“ im Radio-Spot bringt es womöglich auf den Punkt: Plastik hat in der Biotonne nichts zu suchen. Selbst dann nicht, wenn die dünnen Tüten im Handel als kompostierfähig verkauft werden.

Klaudia Genuit-Thiessen

Kein Plastik in die Biotonne: Die Abfallberater im Altkreis Halle informieren: (v.l.) Sabine Schebaum (Borgholzhausen), Janine Thannhäuser (Halle), Jens Dieckmann (Versmold), Simone Marquardt (Werther) und Anke Ulonska (Steinhagen). Foto:

Eine bundesweite Kampagne #WIRFUERBIO nehmen die Abfallberater der fünf Altkreis-Kommunen zum Anlass, die Bürger noch einmal anzusprechen. Denn 20 Jahre nach der Einführung der Grünen Tonne sind die Verbraucher vielerorts nachlässiger geworden bei der Befüllung. „Eigentlich läuft es bei uns gut. Aber es gibt auch Ausreißer, vor allem das Problem mit den Kunststofftüten. Die muss der Verbraucher eigentlich ausschütten und die Tüte über den Restmüll entsorgen. Denn sie verrotten nicht in den wenigen Wochen im Kompostwerk. Darum versucht man dort schon, sie maschinell auszusortieren. Doch manche Tüte rutscht auch an der Kontrolle vorbei und landet dann in kleinen Stücken in dem Kompost und später in der Erde im Garten oder auf dem Acker“, sagt Anke Ulonska, Abfallberaterin in Steinhagen und zum Info-Termin mit ihren Kollegen nach Halle gekommen. Deshalb habe der Kreis Gütersloh die Entsorgung der teuren, kompostierfähigen Kunststoffbeutel in der Biotonne verboten.

„Bei uns werden hin und wieder sogar Lebensmittel mit Verpackung in die Biotonne geworfen“, sagt ihr Kollege Jens Dieckmann aus Versmold. Andere Bürger entsorgen nicht nur den Kaffeesatz, sonder gleich ganze Instantkapseln in die Tonne. Die Splitter findet man ebenfalls später in der Komposterde. In den vergangenen Jahren haben deshalb alle fünf Kommunen den Inhalt der Tonnen kontrolliert. Jetzt werben die Abfallfachleute erneut für umweltbewusstes Verhalten. Schulen und Kindergärten können kostenfrei Plakate mit witzigen Motiven als Druckvorlage bekommen. Und Aufkleber für die Biotonne daheim, um Mieter zu informieren, gibt es auch gratis.

Wie es richtig geht, darüber informiert die Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh (GEG) auch auf Handzetteln: Statt der biologisch abbaubaren Tüten sollten Verbraucher in geringen Mengen Küchenkrepp oder Zeitungspapier sowie natürlich auch teurere Biomüll-Papiertüten nutzen, um ihre feuchten Bioabfälle einzuwickeln. Bananen- oder Kartoffelschalen, Kaffeesatz oder anderen grünen Abfall kann man in preiswerten Müllbeuteln sammeln, diese in die Biotonne entleeren und die Tüte selbst zum Restmüll geben. Weniger Störstoffe in der Biotonne sind Voraussetzung für eine problemlose Kompostierung und sorgen letztlich für weniger hohe Müllgebühren.

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