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Verein unterstützt Forschungsprojekt zum Umgang mit Wasserknappheit

Problem auf den Grund gehen

Altkreis Halle

Der Verein für eine lebenswerte Zukunft e. V. unterstützt in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück ein Forschungsprojekt zum Umgang mit Wasserknappheit. Auch Gruppen und Personen aus Versmold und Umgebung, Halle und Steinhagen sind beteiligt.

Der Startschuss für das Wasser-Wissenschaftsprojekt fiel in Versmold auf dem Hof Höcker. Von links Elke Beckerwerth, Julika Reimann, Hartmut Lüker, Hermann Künsemöller, Hildegard Höcker, Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl, Ulrich Höcker, Raimund Theda, Lisa Deutschmann, Ingo Haßheider, Stefan Wöstmann und Dr. Birgit Lutzer. Foto: Privat

Die Umweltwissenschaftlerin Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl von der Universität Osnabrück skizziert das Vorhaben, das von ihrer Studentin Lisa Deutschmann mit einer Masterarbeit umgesetzt wird. „Bei der Wasserknappheit prallen unterschiedlichste Interessen aufeinander. Von den Beteiligten sieht jeder nur sein Anliegen.“ Es fehle ein „Blick von oben“, der die Positionen aller zeige und daraus neue Lösungen ableite. Risiken aufgrund des Klimawandels werden ihrer Meinung nach unzureichend berücksichtigt. Sie verweist auf das „Zukunftskonzept Wasserversorgung“ des Landkreises Osnabrück, das unter Einbindung verschiedener Interessensgruppen entwickelt wurde.

Ähnlich sieht es nach Auskunft von Vereinsunterstützer Stefan Wöstmann bei der Wasserknappheit im Altkreis Halle aus. „Steinhagen beliefert Borgholzhausen über Halle mit Wasser. Auch in anderen Orten ist das Wasser so knapp, dass zugekauft werden muss.“ VELZ-Vorsitzende Elke Beckerwerth ergänzt: „Das in Casum geplante Altkreis-Notwasserwerk zeigt, das wir die Versorgung übergreifend lösen müssen.“ Vereinsmitglied Hildegard Höcker verweist auf die Flächenversiegelung durch immer neue Bauvorhaben auf der grünen Wiese. „Auch das führt zu Wasserknappheit und ist leider in allen Orten so.“

Deutschmann betont, sie wolle in ihrer Arbeit neutral die unterschiedlichen Akteure und deren Sichtweise erfassen. „Der Chef eines Wasserwerks hat einen anderen Bezug zum Grundwasser als jemand, der sich für Klimaschutz einsetzt. Und wieder anders sehen es Führungskräfte in Unternehmen, Behörden, Verwaltungsmitarbeiter und Menschen, die zu Hause ihren Pool befüllen möchten.“ Nach Darstellung der Perspektiven gehe es darum, Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und Vorschläge für neue Wege zu entwickeln. „Ich werde in nächster Zeit mit Unternehmen, Verwaltungen und anderen Trägern in allen vier Orten Kontakt aufnehmen und um Interviews bitten. Damit ich wirklich alle Gesichtspunkte und Meinungen erfassen kann, hoffe ich, dass die Angesprochenen mitmachen.“

Zweiter Vereinsvorsitzende Ingo Haßheider erläutert, wie es zu diesem Projekt kam. „Im Juli haben wir eine Vortragsveranstaltung zum Thema „Kommunales Wassermanagement“ mit Prof. Pahl-Wostl durchgeführt. Es kamen Gäste aus dem gesamten Altkreis und darüber hinaus. In der Diskussion zeigte sich ein großer Handlungsbedarf hier vor Ort.“ Der Vorschlag für das Forschungsprojekt sei von der Professorin gekommen. Pressewart Raimund Theda kümmerte sich darum, dass BUND-Mitglied Hartmut Lüker und und Biolandwirt Hermann Künsemöller aus Halle sowie Dr. Birgit Lutzer von der Initiative Bürger mit Wirkung Steinhagen einbezogen wurden.

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