1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Halle
  6. >
  7. Rettungswache soll an neuen Standort

  8. >

Warum Gutachter einen großen Neubau in der Nähe des Stadions empfehlen

Rettungswache soll an neuen Standort

Halle (WB). Wenn Halle in den nächsten Jahren eine neue und große Rettungswache bekommt, dann dürfte dies an einem neuen Standort an der B68/Ecke Westumgehung sein. Zugleich soll aus dem bisherigen Rettungswachen-Interimsstandort in Amshausen eine Dauerlösung werden. Der Kreis arbeitet derzeit an einem neuen Rettungsdienstkonzept, bei dem es zum Schutz der Bevölkerung buchstäblich auf jede einzelne Minute ankommt.

Stefan Küppers

Blick in die Fahrzeughalle der Rettungswache an der Oldendorfer Straße. Neue Vor schriften für Arbeits- und Stellplätze werden hier nicht mehr erfüllt. Außerdem liegt die Wache verkehrstechnisch nicht optimal. Der Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz beim Kreis, Eckhard Ramhorst, arbeitet am neuen Konzept. Fotos: Küppers Foto:

Es ist schon so etwas wie ein großer Wurf, der da in der Kreisverwaltung vorbereitet wird und derzeit das Beteiligungsverfahren in den Kommunen durchläuft. Im Juli will der Kreistag entscheiden. Auf dem Tisch liegt bereits ein Gutachten. Die Fachleute haben minutiös ausgerechnet, von welchem Standort aus die Menschen in Halle, Steinhagen, Werther und Borgholzhausen am schnellsten erreicht werden können.

Standortfrage ist für Bevölkerungsschutz von herausragender Bedeutung

Weil bei einem Verkehrsunfall oder einem medizinischen Notfall jede Minute über Leben und Tod entscheiden kann, ist der Standort einer Rettungswache von herausragender Bedeutung. Verschiedene Optionen sind durchgeprüft worden, wie Eckhard Ramhorst erläutert, der Leiter der nun eigenständigen Abteilung Bevölkerungsschutz beim Kreis ist.

Viele Details sind bei der Neuorganisation wichtig. Dass in der mehr als 30 Jahre alten Rettungswache an der Oldendorfer Straße die Verhältnisse zu eng geworden sind und dass die Arbeitsbedingungen an den Rettungswagen in den zu kleinen Garagen nicht mehr den Vorschriften entsprechen, ist das eine Problem. Das andere ist die Durchfahrt durch die Haller Innenstadt, die im Zweifel bei einem Einsatz zum Beispiel in Brockhagen zu viel Zeit kostet. Hier spielen übrigens auch Behinderungen in Tempo-30-Zonen eine Rolle.

Zentralwache in Tatenhausen war nicht zu realisieren

Verkehrstechnisch ideal erschien der Bau einer zentralen Rettungswache direkt an der A33 in Tatenhausen, von wo man auch Steinhagen schnellstens über die Autobahn erreichen könnte. »Doch da war kein Grundstück zu bekommen. Und wir können nur im Einvernehmen mit Eigentümern vorgehen«, sagt Ramhorst. Geprüft wurde dann das Grundstück Tarner (einst Lebensmittelladen) in Bokel im Kreuzungsbereich L782/Kölkebecker Straße. Doch diesen verfügbaren Standort haben die Gutachtern schließlich verworfen, weil von dort eine hinreichend schnelle Versorgung von Werther und Borgholzhausen nicht gesichert sei. Ramhorst: »Tarner liegt laut Gutachten einfach schon zu weit draußen.«

Der Rettungsdienst hat klare Vorgaben. Jeder Ort des Kreises soll in maximal zwölf Minuten vom Erstretter erreichbar sein. Ziel ist, dass in 95 Prozent aller Fälle diese Eintreffzeit erreicht wird. Zuletzt wurden trotz gestiegenen Einsatzaufkommens etwas mehr als 93 Prozent erreicht.

Wache in Amshausen soll eine Dauerlösung werden

Das Gutachten empfiehlt nun für die neue Haller Rettungswache einen Standort im Kreuzungsbereich von B68/Westumgehung, in der Nähe des Weber-Stadions. Hier würde laut Ramhorst eine große Wache realisiert, die auch den reinen Krankentransport-Standort an der Alten Lederfabrik (Alleestraße) mit integrierte.

Vor wenigen Jahren wurde vom Kreis ein Rettungswagen ständig an das Feuerwehrgerätehaus Amshausen interimsmäßig verlegt. Jetzt befürworten die Gutachter des Fachbüros ORGAKOM eine dauerhafte Lösung am Standort Amshausen, denn von dort sei eine hinreichend schnelle Versorgung in Richtung Brockhagen ebenso gesichert wie die Unterstützung der Kernstadt von Halle als besonders einsatzstarkem Gebiet. Ein ebenfalls geprüfter Standort am südlichen Ortseingang von Steinhagen wurde verworfen. Mit dem tatsächlichen Bau einer neuen Rettungswache in Halle rechnet Eckhard Ramhorst nicht vor dem Jahr 2020.

Startseite