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Klimastreik: In Halle demonstrieren mehr als 500 Schüler und Erwachsene. Mit Video

»Sie müssen uns hören!«

Halle (WB). Fridays for Future und Parents for Future haben aufgerufen. Aber mit so vielen Teilnehmern bei einer Demo in Halle hat wohl keiner gerechnet: Zwischenzeitlich sind gut 500 Kinder, Schüler und Erwachsene am Freitag für den Klimaschutz auf der Straße.

Klaudia Genuit-Thiessen

Die Demonstranten sind kreativ: »Nur noch ein Meter und Holland ist in Not« heißt es unter anderem auf den Plakaten. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Die Jugendlichen gehen voran, die Erwachsenen reihen sich ein. Und alle gemeinsam fordern sie Veränderungen, wie schon zuvor Schüler an der PAB-Gesamtschule in Pium. Erst zeigen die Demonstranten der Politik am Rathaus die rote Karte, dann lassen sie bei einer großen Runde durch die Innenstadt Autofahrer warten. »Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut«: Mit rhythmisch skandierten Sprechchören werden die Haller ziemlich laut.

»Vor fünf Jahren war für viele der Klimawandel ein fernes Schreckenszenario, das sich am anderen Ende der Welt abspielte und von einigen Wissenschaftlern vorhergesagt wurde, aber real war es nicht. Doch im Hier und Jetzt werden wir brutal aus unserer Traumwelt herausgerissen«, sagt der jüngste Redner am Mikro: Leon Minardo ist Neuntklässler am Kreisgymnasium und erst 14 Jahre alt. Er vermisst ein ernst zu nehmendes politisches Sprachrohr – und er rettet lieber die Welt, als Mathe und Deutsch zu lernen. Die Politik könne die Schüler nicht mehr als »herumspinnende Kinder« ohne Bock auf Schule darstellen, sagt er. Jetzt, wo sich immer mehr Erwachsene der Bewegung anschließen und Tausende Wissenschaftler sich solidarisieren. »Sie müssen uns hören!«

Den großen Rückhalt sprechen auch die anderen Redner an: Fynn Horstmannshoff (20), inzwischen Student, Abiturient Tobias Rüter (19) und Maximilian Stegemann (17) vom Wirtschaftsgymnasium. »Wer, wenn nicht wir? Und wann, wenn nicht jetzt?», ruft Fynn Horstmannshoff. »Als ältere Generation in Verantwortlichkeit haben wir nicht genug getan, um euch eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen«, sagt Superintendent Walter Hempelmann. Er wirbt darum, dem Reden konkrete Schritte fordern zu lassen. Nina Steinkühler aus Versmold ist als Vertreterin der »Parents for Future«-Gruppe im Kreis Gütersloh zu Gast. Ihre roten Karten füllen viele sofort aus, um sie abzuschicken..

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