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Bürgerantrag der IG Lange Straße in Halle – Vorbesitzer haben »Haller-Willem-Haus« verlassen

Stadt soll ihre alten Häuser pflegen

Halle (WB/SKü). Die Interessengemeinschaft Lange Straße, die sich für den Erhalt alter Häuser an eben dieser einsetzt, meldet sich jetzt mit einer Bürgeranregung zu Wort.

Im »Haller-Willem-Haus« neben der Taverne spannte Fuhrmann Wilhelm Stuckemeier seine Pferde an. Nach dem Bau der Bahnlinie eröffnete er hier eine Schankwirtschaft Foto: Volker Hagemann

In einem Antrag an die Bürgermeisterin fordert die Initiative: »Die Stadt Halle ergreift Maßnahmen, um die von ihr erworbenen historischen Häuser an der Langen Straße vor dem weiteren Verfall zu schützen. Es werden zu diesem Zwecke Erkundigungen für adäquate Maßnahmen eingezogen und Mittel in den kommenden Haushalt für das Jahr 2020 der Stadt Halle eingestellt.«

Stadtrat hatte sich dafür ausgesprochen, dass die historischen Häuser erhaltungswürdig seien

Die Initiative verweist auf die zahlreichen Immobilienankäufe der Stadt in der jüngeren Vergangenheit. »Mit dem Erwerb von Eigentum besteht auch die Pflicht, sich um das Eigentum zu kümmern«, argumentieren Katrin Rother und Ilka Windisch namens der Interessengemeinschaft. Im übrigen habe sich der Stadtrat Anfang des Jahres 2019 einstimmig dafür ausgesprochen, dass die historischen Häuser erhaltungswürdig seien, und die Relevanz für das Stadtbild hervorgehoben, indem er sich unter anderem für einen Gestaltungsbeirat eingesetzt habe. Einige der stadteigenen Häuser stünden unter Denkmalschutz.

Temporäre Vermietung vorgeschlagen

Die Stadt solle dafür Sorge tragen, so Rother und Windisch weiter, dass die historischen Häuser auch in den nächsten Jahren noch erhaltungsfähig sind. Dazu sollten Maßnahmen im Haushalt eingeplant werden. Eventuell sei eine temporäre Vermietung möglich.

Wie das WB erfuhr, sind nach dem Ankauf des sogenannten »Haller-Willem-Hauses« direkt neben der Gaststätte »Taverne« die vormaligen Eigentümer in den Sommermonaten ausgezogen. Auch dieses städtische Objekt, in dem einst der mit einem Denkmal geehrte Fuhrmann Wilhelm Stuckemeier lebte, steht nun wie das sogenannte »Haus Dekenbrock« (Lange Str. 24) leer. Was die Stadt mit diesen Häusern vorhat, ob zum Beispiel ein Abriss geplant ist, ist von der Verwaltung bislang offiziell nicht mitgeteilt worden.

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