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Waldbesetzung in Halle - Zwei junge Männer aus Versmold fällen Baum - Polizei ermittelt

Storck verzichtet auf Räumung

Halle (WB)

Ursprünglich sollten für die Verlegung des Laibaches eine Reihe von Bäumen bis zum 28. Februar im Storck-Wald in Halle gefällt werden. Jetzt hat das Unternehmen erklärt, dass es auf eine Räumung des besetzten Waldes verzichtet. Unterdessen hat die Polizei Ermittlungen gegen zwei junge Männer eingeleitet, die am Mittwochabend vor Ort einen Baum gefällt haben sollen.

Stefan Küppers 

In Bäumen haben maskietre Besetzer Plattformen gebaut, um eine Fällung zu verhindern Foto: Küppers

Nachdem sich nach Informationen aus Polizeikreisen in den vergangenen Tagen angedeutet hatte, dass weitere Unterstützer aus der links-autonomen Szene in Deutschland nach Halle kommen würden, rechnete man bei einer eventuellen Räumung mit Gewalttaten. Auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES gab Storck-Unternehmenssprecher Dr. Bernd Rößler am Donnerstag folgende Erklärung ab: „Die Entwicklungen der letzten Tage lässt uns eine weitere und womöglich ausufernde Eskalation befürchten. An einer solchen die gesamte Stadt Halle beeinträchtigenden Entwicklung hat Storck kein Interesse und wird daher im Rahmen des für Fällarbeiten zur Verfügung stehenden Zeitraums bis Ende Februar keine Maßnahmen zur Umsetzung der Laibachverlegung ergreifen.“

Am Mittwoch hatte der Haller Stadtrat mit einer Mehrheit von 34 zu fünf Stimmen die für die Storck-Erweiterung notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen. Die fünf Gegenstimmen kamen aus der Grünen-Fraktion, die insgesamt zehn Mitglieder im Haller Stadtrat hat.

Ebenfalls am Mittwoch hatte Halles Bürgermeister Thomas Tappe (CDU) die bislang etwa 30 Waldbesetzer in einem persönlichen Gespräch aufgefordert, den Wald zu räumen. Das wurde abgelehnt. Stattdessen nahmen laut Polizeiangaben etwa 70 Personen an einer Demonstration gegen die Erweiterung im Vorfeld der Stadtrat-Sitzung teil.

Kettensäge im Auto

Unterdessen hat die Polizei Ermittlungen gegen zwei Männer aufgenommen, die am Mittwochabend in dem Waldstück bereits mit der Kettensäge hantiert haben sollen. Zeugen hatten die Polizei gegen 22.30 Uhr darüber informiert, dass zwei Personen einen Baum gefällt haben. Die bis dahin unbekannten Personen sollen zunächst mit einem Pkw an das Waldgebiet herangefahren und nach der Sachbeschädigung geflüchtet sein.

Die Polizei konnten die beiden Tatverdächtigen in Versmold dingfest machen, in dem von ihnen genutzten Pkw wurde eine Kettensäge gefunden. Diese wurde genau wie die Mobiltelefone der 20- und 22-jährigen Versmolder sichergestellt. Es wurde ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Besetzte Bäume wurden bei der Baumfällaktion nicht beschädigt.

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