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Planfeststellung für 380-KV-Projekt von Amprion abgeschlossen – Detmold erteilt Baurecht

Stromleitung raus aus der Siedlung

Halle/Steinhagen (WB). Einige warten seit mehr als 20 Jahren darauf, dass die 220-KV-Hochspannungsleitung aus der Siedlung Am Forst verschwindet. Mit dem jetzt erfolgten Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der neuen 380-KV-Höchstspannungsleitung zwischen Gütersloh und dem Umspannwerk in Halle-Hesseln rückt zumindest die Verbannung aus dem Wohngebiet näher.

Stefan Küppers

Mit dem Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung für eine neue 380-KV-Höchstspannungsleitung, die entlang der A33 verläuft, rückt auch das Ende der stark sirrenden 220-KV-Leitung mitten durch die Siedlung Am Forst näher. Foto: Stefan Küppers

Die Bezirksregierung Detmold hat über den Planfeststellungsleiter Frank Auf dem Hövel mitgeteilt, dass das Verfahren für den 20 Kilometer langen Abschnitt mit der neuen Höchstspannungsfreileitung nach fünf Jahren nunmehr abgeschlossen ist. Die 340 Seiten Unterlagen sind einzusehen vom 9. bis 23. September auf der Homepage der Bezirksregierung sowie in allen betroffenen Kommunen, damit auch in den Rathäusern von Halle und Steinhagen.

Während es in Gütersloh-Isselhorst starken Widerstand durch eine Bürgerinitiative gegen die 380-KV-Freileitung gab, waren die Proteste in Halle nur zu Beginn der Planungen etwas lauter, insbesondere aus der Siedlung Am Forst. »Unmittelbares Ziel der Stadt Halle war es, die Höchstspannungsleitung aus dem unmittelbaren Siedlungsbereich heraus zu bekommen«, erläutert Michael Flohr, Abteilungsleiter in Halles Bauverwaltung. Dass dies durch einen Verschwenk der neuen Masten entlang der A33 gelungen ist, sei auch dem Einsatz von Fachbereichsleiter Keil zuzurechnen.

»Vor 20 Jahren sagte man uns, die Leitung käme in zwei Jahren weg.« Ewa von Domaros

Die schwierigen Verhandlungen über die Standorte der Masten, die ungefähr doppelt so hoch und doppelt so breit wie die alten werden, liefen allerdings bereits vor Jahren. Wann es mit dem Bau tatsächlich losgehen kann, dazu gibt es von der Bezirksregierung keine Auskunft. Gegen den Planfeststellungsbeschluss kann binnen eines Monat nach Auslegung auch geklagt werden.

Ewa von Domaros hat in der Siedlung Am Forst mit ihrem Mann vor 20 Jahren ein Haus gebaut. Und sie wollten damals von der Vorgängerfirma von Amprion wissen, wann denn die Stromleitung dort wegkäme. »Wir fuhren damals extra bis nach Essen, um uns direkt zu erkundigen. Damals sagte man uns, die Leitung käme in zwei Jahren weg. Deshalb haben wir schließlich hier gebaut«, erzählt die heute 48-Jährige. Erst 20 Jahre später haben sie und ihre Nachbarn das starke Sirren der 220-KV-Leitung, das bei nasser Witterung besonders laut ist, wohl die längste Zeit ertragen.

»Mit diesem Planfeststellungsbeschluss ist eine am Gemeinwohl orientierte, sauber ausgewogene und allen Interessen möglichst gerecht werdende Lösung gefunden worden«, sagt Frank Auf dem Hövel. Für die von einigen Einwendern geforderte Erdverkabelung ist nach seinen Worten aus rechtlichen Gründen nicht möglich gewesen. Eine Erdverkabelung ist im weiteren Trassenverlauf von Amprion nur in Borgholzhausen geplant. Von Hesseln bis zur Landesgrenze in Borgholzhausen muss ein neues Planfeststellungsverfahren gestartet werden. Die Ablehnung einer Erdverkabelung zwischen Gütersloh und Halle wurde von Amprion unter anderem damit begründet, dass mindestens eine Seite des Umspannwerkes in Hesseln aus Gründen der Versorgungssicherheit eine dem Stand der Technik genügende Anbindung benötige, mithin Zuführung mit einer Freileitung.

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