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Rieseninteresse an Info-Veranstaltung zum Netzausbauplan der hallewestfalen.net

Superschnelles Surfen in den Ortsteilen

Halle (WB). »Wir leisten hier Pionierarbeit. Dass ein Glasfasernetz Eigentum der Stadt bleibt und verpachtet wird, gibt es in ganz NRW sonst nur noch in Bergkamen«, sagte der Geschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH, Jochen Strieckmann nicht ohne Stolz. Gemeinsam mit der TWO, der Telekom sowie technischen Experten hatte er am Samstagnachmittag zur Info-Veranstaltung ins Schulzentrum Masch geladen, wo sich vom Netzausbau betroffene Grundstückseigentümer einen guten Überblick verschaffen konnten.

Malte Krammenschneider

Informierten rund 350 Bürger, die zur Informationsveranstaltung über den Breitbandausbau im Außenbereich ins Schulzentrum Masch gekommen waren: (von links) Stefan Vogt (TWO), Michael Trammer (Ingenieur), Johannes Schwöppe (Geschäftsführer), Jochen Strieckmann (Geschäftsführer hallewestfalen.net GmbH), Holger Werle (Ingenieur) und Gregor Vos (Telekom). Foto: Malte Krammenschneider

Geschätzt 350 Bürger waren der Einladung trotz strahlenden Sonnenscheins gefolgt und wurden zunächst über den aktuellen Planungsstand informiert, bevor es ausreichend Gelegenheit gab, Fragen zu stellen. »Die Trassenführung steht und wir haben bereits über 200 Genehmigungen eingeholt.

Was bei einem Extra-Anschluss zu beachten ist

Wenn jemand sein Haus nicht in dem bisherigen Ausbauplan findet, dann hat hierfür ein privater Anbieter den Netzausbau mit bis zu 30 MBit/s oder mehr angemeldet oder schon im Angebot. Wer trotzdem an das Gigabit-Netz der Hallewestfalen.net GmbH will – zum Beispiel weil eine Trasse nahe des Hauses gebaut wird – sollte sein Interesse an einem Extra-Anschuss anmelden. Dazu Jochen Strieckmann: »Wir werden solche Anfragen aber erst nach dem Bau des Netzes klären, denn wir brauchen als öffentlicher Bauherr eine Sondergenehmigung, um solche Anschluss errichten zu dürfen.«

Ihre steht noch aus«, sagte Jochen Strieckmann in Richtung der Zuhörer und stellte gleich zu Beginn klar, dass auf alle betroffenen Bürger keinerlei Kosten zukommen. »Der Netzausbau bis zu ihrem Haus wird komplett mit öffentlichen Geldern und Fördermitteln finanziert«, erklärte Strieckmann.

Ortsteile sollen nacheinander angeschlossen werden

Die Glasfaserleitungen, welche die Übertragung von großen Informationsmengen ermöglichen und 30 bis 40 Jahre halten sollen, werden laut Ingenieur Michael Trammer übrigens in durchschnittlich 80 Zentimetern Tiefe per grabenloser Verlegetechnik ins Erdreich gebracht. »Es muss frostsicher sein und unter Feldern die mit Maschinen bearbeitet werden, können die Leitungen sogar in drei Meter Tiefe liegen«, informierte Trammer.

Die Planer haben die einzelnen Bauabschnitte der Ortsteile bei der Ausschreibung in Lose unterteilt, die nacheinander abgearbeitet werden sollen. Bei Los 1 handelt es sich um Eggeberg. Ascheloh und Hesseln, Los 2 betrifft die Innenstadt (Anschluss der Schulen) und Stockkämpen, Los 3 die Ortsteile Bokel und Hörste, Los 4 Kölkebeck und Los Nummer fünf das Künsebecker Gebiet. Ausgangspunkte für das neue Gigabitnetz sind zwei sogenannte Knoten (PoPs) der Telekom in Halle und Künsebeck, von wo aus die hochmodernen Leitungen in fünf Verteilergebäude und 42 dahinter liegenden Verteilerschränke verlegt werden. Von diesen »Schränken« führen die Glasfaserkabel dann zum Hausübergabepunkt (HÜP).

Baubeginn soll frühestens in diesem Frühjahr sein

Baubeginn soll laut Jochen Strieckmann frühestens im zweiten Quartal 2019 sein. »Die Fertigstellung ist dann für Ende 2020 geplant, wenn alles nach Plan läuft«, so Strieckmann, laut dem die Ausschreibung der notwendigen Tiefbaumaßnahmen noch läuft. Bevor die Kabel von der Straße zum Haus verlegt werden, stimmt sich der jeweilige Bauleiter laut Jochen Strieckmann übrigens mit den Grundstückseigentümern ab, um beispielsweise über die Lage der Wasserleitungen informiert zu werden oder besondere Platzierungswünsche der Technik entgegen zu nehmen. Strieckmann war es zudem wichtig zu betonen, dass trotz der neuen Anschlüsse die alte Infrastruktur der Häuser erhalten und unproblematisch weitergenutzt werden kann.

Johannes Schwöppe, Geschäftsführer der TWO und auch der hallewestfalen.net, zeigte sich mit der Resonanz sehr zufrieden. »Eine wahnsinnige Beteiligung der Bürger. Es hat Spaß gemacht über das Projekt zu sprechen.«

Alle betroffenen Hauseigentümer, die den für den Ausbau nötigen Grundstücknutzungsvertrag noch nicht abgeben konnten, werden gebeten ihn ausgefüllt und unterschrieben den Verantwortlichen im Rathaus zukommen zu lassen. Falls nicht, ist die Chance auf einen kostenlosen Glasfaser-Anschluss vertan.

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