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Fünftklässler des Evangelischen Gymnasiums Werther berichten über ihre Erfahrungen mit dem digitalen Lernen

„Technik ist mein Element“

Werther

„Wir sind total froh, dass es so gut läuft, aber wir hätten unsere Schülerinnen und Schüler lieber hier“, sagt Klassenlehrerin Stefanie Goedtke, die seit März 2020 in der Taskforce „Digitale Kommunikation“ am Evangelischen Gymnasium Werther (EGW) mitarbeitet. Die besonderen Herausforderungen des digitalen Lernens für den fünften Jahrgang sind Thema eines Pressegesprächs: Während die Lehrkräfte physisch anwesend sind, beteiligen sich vier Schüler und ihre Eltern via Bildschirm von Zuhause aus.

Johannes Gerhards

„Wir wollen wieder Menschen vor uns haben.“ Auch wenn der digitale Unterricht am EGW gut läuft, freut sich das Kollegium auf die Rückkehr der Schüler. Von links: Andreas Galler, Sabine Koch, Stefanie Julia Goedtke, Silvia Wunsch und Schulleiter Christian Kleist Foto: Johannes Gerhards

Nachdem der Schuljahresbeginn noch weitgehend als Präsenzunterricht durchgeführt werden konnte, läuft seit Mitte Dezember in Folge des verschärften Lockdowns Distanzunterricht. Seit Ende der Weihnachtsferien läuft dieser „super und nahezu ohne Ausfälle“, berichten Eltern, Lehrer und Schüler übereinstimmend. „In den ersten Tagen vor Heiligabend war es noch etwas holprig“, räumt Stefanie Steiner, Mutter der fast elfjährigen Romy aus der Klasse 5c, ein. „Dank intensiver Vorbereitung läuft der digitale Unterricht inzwischen 1:1 nach Stundenplan“, betont die stellvertretende Schulleiterin Sabine Koch.

Die Jüngeren haben Kernzeiten zwischen 7.55 Uhr und 13.05 Uhr, die älteren Jahrgänge sind bis 15.25 Uhr gefordert. Bei gesteigertem Arbeitsaufwand ist die Kommunikation laut Sabine Koch eher intensiver geworden. Dass gerade in schwierigen Zeiten Treffen möglich sind, ist für sie besonders wichtig – auch wenn diese eben digital stattfinden. Janto, Leni, Romy und Matti sind mit diesen Lernformen in der Grundschule kaum in Berührung gekommen. „Beim Übergang ins Gymnasium sind die Kinder super unterstützt und gut abgeholt worden“, lobt Mattis Mutter Andrea Remmerbach. Nach den Sommerferien gab es eine Einführung in „Teams“, eine von Microsoft entwickelte Plattform, in der Chat, Besprechungen, Notizen und Anhänge kombiniert werden können. „Wir haben die Kinder motiviert, da angstfrei ranzugehen“, sagt Erprobungsstufenkoordinatorin Silvia Wunsch. Dazu gehörten das Formulieren von Chat-Beiträgen, die Abgabe einer kreativen Hausaufgabe und die Beantwortung von Quizfragen. Durch Wiederholung und Festigen des Umgangs hatte sich bereits eine gewisse Routine eingestellt, als die Schulen im Dezember erneut schließen mussten.

„Es nervt halt immer noch“, sagt Janto Nolte und meint die „gemein-doofen Corona-Regeln“, die verhindern, dass man sich in der Klasse trifft. Online-Unterricht bereite ihm aber keine Probleme: „Technik ist mein Element“. Für Leni gehört die anfangs gewöhnungsbedürftige Lernmethode inzwischen ebenfalls zum Alltag. Auch wenn laut Schulleiter Christian Kleist Klassenarbeiten aus Datenschutzgründen derzeit nicht online geschrieben werden können, bestehen durchaus Möglichkeiten der Benotung. Etwa durch Aufgaben oder Projektarbeiten, mit denen Schüler freiwillig ihre Zensuren bessern können.

Pausen vom Rechner müssen auch zu Hause sein

Weil der digitale Fernunterricht besonders anstrengend ist, besteht Andrea Remmerbach gegen Mattis vehementen Einspruch auf Pausen. Ansonsten sei die Verlockung für die Kinder zu groß, „einfach vor dem Rechner sitzen zu bleiben“. Auch Corena Franke erkennt angesichts der Tatsache, dass Unterricht und Freizeit zunehmend multimedial gestaltet werden, die Notwendigkeit für analoge Spiele oder die Lektüre eines Buches.

Nach Ansicht des Schulpflegschaftsvorsitzenden Jürgen Schnack eilt das EGW den Empfehlungen des Landes, in denen Videokonferenzen nicht vorgesehen sind, weit voraus. Schülersprecherin Ida Klaas zieht nach der ersten digitalen SV-Sitzung positive Bilanz. Es sei deutlich strukturierter und produktiver zugegangen als erwartet. „Als Schule in privater Trägerschaft können wir gerade in der Digitalisierung Entscheidungen unabhängig und zügig treffen“, sieht Michael Geis als Vorsitzender des Schulvereins entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Hoffnung auf baldiges Wiedersehen in der Schule

Ein Resultat ist die schulinterne Neubesetzung von zwei Stellen zum 1. Februar 2021: Stefanie Goedtke und Andreas Galler werden sich um Fortbildungen von Kollegium und Schülerschaft, Koordination des digitalen Methoden- und Medienkonzeptes und technisch-administrative Beratungen kümmern, die auch über die Corona-Krise hinaus ihre Wirkung entfalten sollen.

Vorerst gehen alle Beteiligten am EGW davon aus, dass ab Mitte Februar der Präsenzunterricht schrittweise wieder aufgenommen werden kann. „Keine Frage, wir schaffen den Stoff“, zeigt sich Sabine Koch überzeugt. Ihr geht es aber auch um die Verbreitung von Zuversicht. Nicht nur sie freut sich darauf, anstelle von Bildschirmen „wieder Menschen vor uns zu haben“.

Anmeldetermine für künftige Fünftklässler

Am Dienstag, 2. Februar, 9 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr, und am Mittwoch, 3. Februar, 14 bis 18 Uhr, können die neuen Schülerinnen und Schüler angemeldet werden. Erforderlich ist, sich unter Telefon 05203/2962711 einen Termin geben zu lassen. Fragen lassen sich in einer telefonischen Sprechstunde am Freitag, 29. Januar zwischen 14 und 17 Uhr klären. Vorab sollte der Anmeldebogen per E-Mail an info@egwerther.de geschickt werden. Am Tag der Anmeldung erfolgt in jedem Fall ein Gespräch mit dem Schulleiter, dessen Stellvertreterin oder der Erprobungsstufenkoordinatorin.

Neben persönlichem Erscheinen ist ausnahmsweise auch eine kontaktlose Anmeldung übers Telefon möglich. Der Anmeldeschein, Dokumente wie Zeugnisse, Geburtsurkunde und Impfnachweise sollen in diesem Fall digital übermittelt oder im EGW-Briefkasten am Haupteingang eingeworfen werden. Die Empfehlung der Grundschule, das Halbjahreszeugnis aus der 4. Klasse und das Gespräch mit den Eltern bilden die Grundlage für eine Aufnahme am EGW. Nach der Aufnahmesitzung am 4. Februar werden die Rückmeldungen per Post verschickt.

www.egwerther.de

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