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Haller Unabhängige geben bewusst keine Wahlempfehlung für einen der Bürgermeister-Kandidaten

UWG fordert mehr Einbindung von Bürgern

Halle (WB). „Das U in unserem Namen ist uns wirklich wichtig. Auch darum wird es von uns keine Empfehlung für einen der drei Bürgermeisterkandidaten geben“, sagt Karl-Heinz Wöstmann, Fraktionssprecher der Unabhängigen Wählengemeinschaft UWG. Die Unabhängigen hatten sich Zeit genommen, um bei Einzelterminen die Vorstellungen der Bürgermeisterkandidaten Thomas Tappe (CDU), Dr. Kirsten Witte (Grüne) und Edda Sommer (SPD) anzuhören. Bei vielen Themen gab es bei einzelnen Kandidaten durchaus Schnittmengen mit den jeweiligen Vorstellungen der UWG, berichten Vorsitzender Michael Koch sowie Vorstandsmitglied und Spitzenkandidatin Anja Pohlmann.

Michael Koch, Spitzenkandidatin Anja Pohlmann und Karl-Heinz Wöstmann (v.l.) erläutern Ziele der UWG Halle. Foto: Küppers

„Gelebte Mitnahme von Bürgern ist wichtig“

Doch mit der Nichtempfehlung beziehungsweise dem Hinweis an die Wähler, bitte selbst eine Entscheidung zu treffen, wollen die Unabhängigen auch ein inhaltliches Zeichen setzen. Der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin sei Chef oder Chefin der Verwaltung. Doch die maßgeblichen politischen Beschlüsse würden im Stadtrat gefasst und deshalb sei es wichtig, dass die UWG, die keinen Bürgermeisterkandidaten stellt, im Rat gestärkt werde, heißt es.

Und weil bei den Podiumsdiskussionen sich vieles auf die Bürgermeisterkandidaten, aber weniger auf Parteien und Wählergruppen konzentriert, betonen die UWG-Vertreter ihre wichtigsten Ziele. Dazu zählt aktive Mitarbeit bei der Innenstadtentwicklung. „Die gelebte Mitnahme von Bürgern ist wichtig“, betont Michael Koch. Nicht von ungefähr habe sich die UWG auch für mehr Bürgermitsprache in Ausschüssen ausgesprochen.

„Erst die Vision, dann die planerische Umsetzung“

Ebenso bedeutend sei die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Für sinnvoll hält es die UWG, wenn zum Beispiel im Neubaugebiet die Bürger vorher gefragt werden, welche Aufenthaltsqualität sie sich wünschen beziehungsweise für welche Formen von generationsübergreifendem Wohnen ein Bedarf in Halle besteht. „Erst die Vision, dann die planerische Umsetzung“, das ist nach Auffassung der UWG die richtige Reihenfolge bei großen Projekten wie an der Masch. Die frühe Einbindung von Bürgern sei wichtig, auch weil es viele leise Stimmen gebe, denen man Gehör verschaffen solle.

Mit kleinen Saatgutspenden, die an Wähler verteilt werden, wollen die Unabhängigen Öko- und Umweltthemen nach vorne bringen. Die Innenstadt müsse dringend durch mehr Grün umweltfreundlich gestaltet werden, so die UWG. Und dass ein UWG-Antrag auf Einführung eines öffentliches Car-Sharing-Systems abgeschmettert worden sei, wurmt sie noch immer. „Das würde viele motivieren, das Auto abzuschaffen. Ich glaube, dass wir einen Markt dafür in Halle haben“, sagt Anja Pohlmann.

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