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Alleestraße in Halle: Radfahrschutzstreifen soll Lösung werden – Viele kritische Stellungnahmen

Verwaltung zielt auf dritte Vorplanung

Halle (WB). Der politische Streit um den geplanten Umbau der Alleestraße strebt einem neuen Höhepunkt entgegen.

Stefan Küppers

Blick in die Alleestraße in Höhe des Kreisgymnasiums. Der unscheinbare graue Kasten unterhalb des Tempo-30-Verkehrsschildes ist vom Straßenverkehrsamt für einige Tage angebracht worden, um aktuelle Verkehrszahlen zu erhalten. Foto: Stefan Küppers

Die Stadtverwaltung hat für die Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am 18. Februar eine Beschlussvorlage erarbeitet, die nach massiven Bedenken unter anderem von Aufsichtsbehörden gegen die bisherige Umbauplanung nunmehr die Erstellung einer dritten Vorplanung für die Alleestraße vorsieht, deren Kernpunkt die Markierung von beidseitigen Fahrradschutzstreifen im Fahrbahnbereich ist. Das wäre eine Schutzstreifen-Lösung wie sie zum Teil schon in der unteren Bahnhofstraße praktiziert wird. Die Kosten für diese erneute werden mit 12.000 Euro beziffert.

Widerstand aus der CDU gegen weitere Vorplanungen

Gegen weitere Vorplanungen hat sich bereits Widerstand aus der CDU artikuliert, stattdessen solle man weitere Verkehrszählungen abwarten und in Ruhe einen Generalsverkehrsplan mit Betrachtung aller Verkehre angehen. Aus Sicht der Bürgerinitiative Alleestraße ist das Vorantreiben einer weiteren Planung ohne Gesamtbetrachtung „unseriös“, zumal für den jetzigen Zustand der Alleestraße Bestandsschutz gelte. Sprecher Helmut Rose empfindet es als ein „abgekartetes Spiel“, dass dem im Bürgerworkshop breit artikulierten Sicherheitsbedürfnis, nicht im Straßenbereich Rad fahren zu müssen, nun nicht gefolgt werden soll.

Der neuen Verwaltungsvorlage (einsehbar über das Ratsinformationssystem auf der Homepage der Stadt Halle) sind ausführliche Stellungnahmen der beteiligten Behörden beigefügt. Diese setzen sich überwiegend kritisch mit der Umbauplanung des Verkehrsplanungsbüros Kaulen auseinander.

„Gefährdungspotenzial für den Radverkehr“ und „große Sicherheitsbedenken“

Im Statement der Bezirksregierung ist zum Beispiel von „Gefährdungspotenzial für den Radverkehr“ sowie „großen Sicherheitsbedenken“ bezüglich der Verkehrssituation am Gymnasium die Rede. Die Bezirksregierung unterstützt dabei die Idee von durchgängigen Radfahrstreifen. Das Straßenverkehrsamt lehnt die Ausweisung von separierten, benutzungspflichtigen Radwegen an der Alleestraße ab. Auch die Kreispolizeibehörde sieht die von Kaulen vorgelegte Planung mit Radwegen auf Nebenanlagen kritisch, da sie zu viele Risiken für Verkehrsunfälle berge.

Von der Feuerwehr sieht man sich zu einer Stellungnahme zur Alleestraße nicht in der Lage, solange kein Gesamtkonzept für den Innenstadtbereich vorliege. Wehrführer Wilhelm Köhne gibt jedoch zu bedenken, dass eine generelle Herabsetzung der Durchschnittsgeschwindigkeit in Halle nicht zielführend sei, um die Zeitvorgaben aus dem Brandschutzbedarfsplan einhalten zu können. Kritisch sei dies insbesondere für Einsatzkräfte, die sich bei Alarmierung auf dem Weg zum Gerätehaus befinden, und sich nicht mit Blaulicht oder Martinshorn bemerkbar machen könnten.

Unter weiteren privaten Stellungnahmen ist auch die eines Arztes, der bei dem in dem Kaulen-Entwurf geplanten Wegfall von Parkplätzen an der Alleestraße eine existenzielle Bedrohung für den weiteren Praxisbetrieb sieht. Hausarztpraxen würden in erheblichem Maße von älteren Patienten frequentiert, die wegen ihrer eingeschränkten Mobilität auf ihr Auto und auch Parkplätze angewiesen seien.

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