1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Halle
  6. >
  7. Vollblutmusiker auf der Bühne

  8. >

Weltmusik im Gemeindehaus Bokel begeistern vier Einzelmusiker und Bands

Vollblutmusiker auf der Bühne

Halle-Bokel (WB). »Weltmusik ist ein aktuelles Genre und richtet sich an ein internationales Publikum«, sagt Joachim Boidol bei der Begrüßung der Zuhörer im Bokeler Gemeindehaus. Vier musikalische Ensembles – allesamt in Bokel und Umgebung beheimatet – unterhalten 70 Gäste aus mindestens drei Generationen.

Johannes Gerhards

Flamenco, Jazz und Eigenkompositionen sind Markenzeichen des Vollblutmusikers und Gitarrenlehrers Dirk Bischof. Foto: Johannes Gerhards

»Das Ganze ist Teil der Wiederbelebung des Gemeindehauses«, erklärt Astrid Janda, Geigerin der neu gegründeten Formation »Tatenhausen-Combo«. In gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee, Kuchen und diversen Snacks eröffnen die »Künsebillies« das zweistündige Programm. Die elf Sänger und Musiker im Alter zwischen 7 und 70 Jahren präsentieren lebhaft tanzbare Folklore aus Frankreich, Rumänien und der Ukraine. Beim Volkslied »Die Gedanken sind frei« stimmt das Auditorium unaufgefordert mit ein und fordert begeistert eine weitere Zugabe. Auf Initiative von Lutz von der Becke und Alexandra Ayari wurde die Band aus Lehrern, Eltern und Schülern vor zehneinhalb Jahren an der Grundschule Künsebeck gegründet.

Wahre Vollblutmusiker auf der Bühne

Im Anschluss betritt mit Dirk Bischof ein wahrer Vollblutmusiker die Bühne. Wortlos beginnt er mit virtuosen Flamencoklängen, wobei er seine akustische Gitarre auch als Percussionsinstrument nutzt. Nach den Jazz-Klassikern »Night and Day« und »Somewhere over the Rainbow« stellt er noch zwei Eigenkompostionen vor und beendet seinen Auftritt mit Hannes Waders »Heute hier, morgen da«. Der Schlussapplaus ist kaum verklungen, da werden bereits Kontakte für die nächste Gartenparty geknüpft – ein Zeichen für funktionierende Nachbarschaft im Ortsteil Bokel.

Erst vor einigen Wochen haben sich Astrid Janda, Lutz von der Becke und Alexandra Ayari zum Trio »Tatenhausen Combo« zusammen geschlossen. Kennengelernt haben sie sich bei einem VHS-Workshop mit Musikern der Berliner Band »17 Hippies«, der in diesem Jahr zum fünften Mal durchgeführt wird. Am 24. März werden dessen Teilnehmer um 17 Uhr im Gemeindehaus Bokel ein Abschlusskonzert geben. Neben Gitarre und Banjo zupft Lutz von der Becke auch das aus Südamerika stammende Charango, für dessen Klangkörper ursprünglich der getrocknete Panzer eines Gürteltiers verwendet wurde.

Temperamentvolle Tänze animieren zum Mitklatschen

Die temperamentvollen Tänze animieren die Zuhörer zu Mitklatschen, Juchzern und rhythmisch unterstützendem Tischgetrommel. »Die Zugabe übernehmen dann Andrea und Buddy«, sagen die drei mit Hinweis auf ihr noch nicht so umfangreiches Repertoire und verweisen auf das Duo »Sandwitch«. Unter diesem doppeldeutigen Namen, der einerseits an Butterbrot erinnert andererseits auch »Sandhexe« bedeuten könnte, spielen seit über 21 Jahren Andrea und Buddy Freebury zusammen.

Ihre ruhigen und melancholischen Lieder von der grünen Insel handeln von der besorgten Warnung eines Jungen an seinen als Minenarbeiter beschäftigten Vater, einer musikalischen Liebeserklärung an Yorkshire und der stimmungsvollen Ode an ein »Meer aus Narzissen«.

Buddy Freebury begleitet den Gesang seiner Frau nicht nur auf verschiedenen Instrumenten, er ist neben Katrin Boidol auch Urheber der im Gemeindehaus ausgestellten Bilder zum Thema Migration.

Startseite
ANZEIGE