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Ein Kommentar von Stefan Küppers

Von Bürgern und Bürgermeistern

Mit Blick auf die Kommunalwahl hat sich in dieser Woche ein Stück des Nebels gelichtet, wenn auch der Haller Wähler bislang keineswegs politisch klare Sicht hat. Was die Überraschungs-Bürgermeister-Kandidatin der SPD politisch so vorhat, das hat Edda Sommer bei ihrer ersten Pressekonferenz noch nicht verraten. Ob sie es schon selber weiß? Das ist kein Vorwurf gegen die 41-jährige Sozialdemokratin, die seit Mai 2019 im Stadtrat sitzt. Doch in dem Maße wie die erfolgreiche Handballerin der großen Haller Sportgemeinde ein Begriff ist, so sehr ist sie politisch gesehen ein völlig unbeschriebenes Blatt. Vor allem deshalb ist ihre Kandidatur für das wichtigste politische Amt in Halle so überraschend.

Stefan Küppers

Im Haller Rathaus wollen mindestens zwei Frauen den Chefsessel erobern. Die SPD schickt Edda Sommer ins Rennen, zuvor hatten die Grünen bereits Dr. Kirsten Witte nominiert. Foto: Kalka

Bei aller Wichtigkeit von Sympathie und gutem persönlichem Auftreten: Dieser Bürgermeister-Wahlkampf trifft auf eine Bevölkerung, die seit vielen Jahren nicht mehr so politisch interessiert war wie jetzt. Das liegt an den vielfältigen Problemstellungen, die der A33-bedingte Umbau dieser Stadt mit sich bringt, aber auch an einem stark gewachsenen kritischen Bewusstsein bei Bürgern. Allein 40 Bürgeranträge im letzten halben Jahr sind Ausdruck dieser Haltung.

Mit diesem kritischen Potenzial, das sich nicht mit Floskeln abspeisen lässt, sollten (alle) Bürgermeister-Kandidaten umgehen können. Viele Bürger wollen nämlich nicht nur regiert, sondern so beteiligt werden, dass sie eine tatsächliche Chance auf Veränderung sehen. Das ist anders als früher. Und sie erwarten, dass wichtige Akteure reinen Wein einschenken, was diese nach der Wahl vorhaben. Darum sind klare politische Positionen so wichtig.

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