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Ein Kommentar von Stefan Küppers

Was das Projekt Stadtpark antreibt

Das Streben von Lidl und Aldi nach deutlich mehr Verkaufsfläche ist eine Entwicklung, die wesentlich vom Verhalten der Kunden angetrieben wird. Mehr Auswahl, mehr Einkaufserlebnis durch bessere Präsentation, das ist der Trend. Wollte sich Halle dem entgegen stellen, wäre dies vermutlich nicht klug, weil Kaufkraft dann wohl ganz geschwind in Nachbarorte abwanderte.

Stefan Küppers

Blick auf die rund 17.000 Quadratmeter große Grünfläche am Berufskolleg Halle, für die der Kreis Gütersloh als Grundeigentümer bislang gegenüber der Stadt Halle einen Quadratmeterpreis von 177,50 Euro aufgerufen hat. Foto: Fälker

Andererseits sind die Pläne für neue Märkte ein weiteres Indiz dafür, dass Halle in Sachen Bauen einfach nicht zur Ruhe kommt beziehungsweise kommen kann. Manchen Haller beunruhigt das. Und politisch treibt dieser Gegentrend das Projekt Stadtpark an.

Hier liegen schon Vorschläge auf dem Tisch, wie man den Kreis vielleicht doch noch dazu bewegen könnte, die ihm gehörende Grünfläche am Berufskolleg zu annehmbaren Konditionen der Stadt für eine Parknutzung zu überlassen. Während die Grünen eine Kompromisslinie verfolgen, ist die SPD griffiger unterwegs. Wolfgang Bölling nennt die vom Kreis geforderten 177 Euro je Quadratmeter »unterirdisch« und will gar kein Geld zahlen. Stattdessen solle der Kreis einfach Zäune abbauen und Tore öffnen.

Man darf vermuten, dass bei dieser harschen Haltung der SPD der nahende Kommunalwahlkampf schon eine Rolle spielt. Wobei daran erinnert werden darf, dass es vor allem die SPD war, die die Bebauungsidee im »Stadtpark« mächtig voran getrieben hat. Unabhängig davon ist es aber sicher im Interesse vieler Haller, wenn in dieser Stadt grüne Bereiche gepflegt und entwickelt werden. Nur sollte man versuchen, dies im geschmeidigen Geben und Nehmen zu regeln, nicht im poltrigen Wahlkampfstil.

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