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Laienspielgruppe des Pfarrbezirks Halle-Künsebeck begeistert rund 140 Zuschauer

Weihnachtsstimmung an Bord

Halle-Künsebeck (WB). »Wo ist Kris Maas?«, lautet die bange Frage, die sich alle Passagiere an Bord der „Queen Diesel“ stellen. Eigentlich wollten sie nur eine garantiert weihnachtsfreie Zeit auf der „Anti-Christmas-Cruise“ verbringen, doch schnell greift Panik um sich. Ist der junge Mann womöglich von Bord gesprungen? Oder wurde er gar über die Reling gestoßen? Und wenn ja, von wem? Schnell gehen die wildesten Gerüchte umher an Deck des Kreuzfahrtschiffes, das im Zentrum des diesjährigen Künsebecker Weihnachtsstückes stand.

Kerstin Panhorst

Auf dem Schiff von Kapitänin Granate (Ingrid Diekmann-Vemmer) und Servicekraft Lily (Nele Proß) reisen seltsame Gestalten wie der Aufreißer (Silvan Meermann) mit. Foto: Kerstin Panhorst

Rund 140 Besucher – einige aufgrund des unerwarteten Andrangs sogar stehend – fieberten mit, als die Laienspielgruppe die Segel setzte und es hieß: „Schiff ahoi, alle Mann an Bord, die ‚Queen Diesel‘ legt in Künsebeck ab!“.

Schlagerduo Nana & Mouskouri reist mit

Man mochte fast die Wellen an den Bug schlagen hören bei der Aufführung im Gemeindehaus Künsebeck, die von einem kleinen Videoeinspieler eröffnet wurde. Den hatten die Schauspieler im Vorfeld mit der Künsebecker Sängergemeinschaft produziert, die sich in einen Shanty-Chor verwandelte, um ein extra fürs Stück geschriebenes Lied einzusingen.

Denn auf dem fiktiven Dampfer reist auch das Schlagerduo Nana & Mouskouri mit, das vor allem in den Umbaupausen das Publikum bespaßt und seine Sangeskünste präsentiert. Mit den Stars aus Borgholzhausen tummeln sich aber noch andere Gäste an Bord des Kreuzfahrtschiffes, das von Kapitänin Granate (Ingrid Diekmann-Vemmer) auch durch hohe Wellen sicher gesteuert wird. Ihr zu Seite steht die trinkfeste Servicekraft (bezaubernd als Schnapsdrossel: Nele Proß) und der leider nur Französisch sprechende Page René (schön verwirrt: Joel Ovenhausen), der nicht ganz den Sinn einer Anti-Weihnachts-Kreuzfahrt erfasst.

Verlassener Möchtegern-Gigolo bekommt späte Rache

Mit dabei ist auch das ältere Ehepaar Gerda und Horst (Lilly und Henry Bohlken), das verlernt hat, ohne die mittlerweile erwachsenen Kinder den Zauber von Weihnachten zu erleben. Oder Familie Blomberg mit der kurz vor dem Burn Out stehenden Perfektionistin Carmen (Ulrike Twelker), ihrem handysüchtigen Gatten Norbert (Jonas Patzer) und der stark an Greta Thunberg erinnernden und mit Umweltfakten um sich werfenden Tochter Agneta (Saskia Burstädt).

Der einst für einen Weihnachtsmann verlassene Möchtegern-Gigolo (Silvan Meermann) bekommt seine späte Rache an einem Schokonikolaus und eine Lektion zum respektvollen Umgang mit Frauen, während sich zwei Mode-Tussen (herrlich überdreht: Hannah Clermont und Kira Kögel) als hoffnungslose Fälle erweisen. Für den Fall des verschwundenen Kris Maas interessiert sich unterdessen ein Privatdetektiv (Henry Wölfel) an Bord.

Am Ende gibt es langen Beifall für die Darsteller und ihr selbst geschriebenes Stück voller Wortwitz von begeisterten Zuschauern.

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