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»Dante’s«-Wirt Giuseppe D’Antuono hofft auf mehr gastronomische Vielfalt in Halle

»Wir brauchen mehr Restaurants«

Halle (WB). Giuseppe D’Antuono kocht für Genießer aus Halle und Umgebung – und oft für Monteure, Installateure und Techniker aus aller Welt. Denn in Dante’s Restaurant und Bar am Haller Herzen sieht man bestens, wer in der Lindenstadt aus- und eingeht.

Klaudia Genuit-Thiessen

Giuseppe D’Antuono betreibt das Lokal mit seiner Lebenspartnerin Merle Felgendreher. Fotos: Klaudia Genuit-Thiessen Foto:

»Man glaubt kaum, wie viele kleine Unternehmen in Halle mit Firmen in China, Italien, Spanien oder der Schweiz zusammenarbeiten oder wo Maschinen gewartet werden müssen, auf die jemand ein Monopol hat. Die Gastronomie profitiert davon, dass Installateure weltweit unterwegs sind«, sagt der 33-jährige Gastronom. Mit seiner Lebenspartnerin Merle Felgendreher (29) hat er sich vor zweieinhalb Jahren für die Lindenstadst entschieden und das »Dante’s« eröffnet. »Wir sind davon überzeugt, dass die Stadt Zukunft hat«, sagt er: »Halle hat Potential«.

Genau wegen dieses Bauchgefühls hofft er auch, dass sich in der Haller Restaurant-Szene wieder etwas tut – wie es beispielsweise Antje Siekendiek jetzt für das Hotel Hollmann plant. »Wir brauchen unbedingt weitere Restaurants in der Innenstadt. Damit der Gast eine Auswahl hat. Die Vielfalt ist es, die benötigt wird«, weiß der gelernte Hotelfachmann.

40 Sitzplätze sind oft zu wenig

Das »Dante’s« am Lindenplatz floriert. Und obwohl Giuseppe D’Antuono und Merle Felgendreher darüber sehr froh sind, bringt es sie auch immer wieder in die Bredouille. Elf Tische, 40 Sitzplätze und viele hungrige Gäste kommen gleichzeitig – »vor allem, wenn jemand kurzfristig am Wochenende kommt, müssen wir Gästen oft absagen«, bedauert Giuseppe D’Antuono. Denn die Gefahr liege in der nahe gelegenen Großstadt. »Bei der dritten Absage fahren die Leute womöglich doch nach Bielefeld.«

Der Gastronom wünscht sich deshalb eine Portion Wettbewerb. Im großen, eher minimalistisch möblierten Raum, wo nur ein Rot aus dem Logo und die Kräuter auf den Tischen farbige Akzente setzen, soll demnächst die Lounge-Ecke umgestaltet werden, wo man einfach einmal für ein Weilchen auf ein Glas Platz nehmen kann. Die großen Bänke weichen Einzelplätzen.

Romantische Sitzbänke hingegen will das Paar mit Beginn der Sommersaison wieder auf der Terrasse zum Kirchplatz aufstellen. »Das ist alles schon genehmigt«, hofft Giuseppe D’Antuono, dass irgendwann in diesem Jahr auch der Sommer nach Halle kommt. An den Wänden des Restaurants hat jedenfalls die Ausstellung gewechselt. Jetzt sind die großformatigen Bilder der Steinhagenerin Heike Linnenbrügger zu sehen. So etwas managt Merle Felgendreher. Sie regelt im »Dante’s« alles, das nichts mit der Küche zu tun hat.

Mediterranes Slow-Food

Möglicherweise noch im Mai will der Chef in der Küche des Lokals am Lindenplatz die Karte ändern. Den Gästen schmeckt sein »mediterranes Slow-Food-Konzept«, wo Burger nicht in Soße ertränkt werden, sondern statt dessen auch mal mit karamellisierten Zwiebeln und Honig-Senf-Dressing in einem Ciabatta-Brötchen auf den Tisch kommen. Oder Granatapfelkerne den Salat aufhübschen. »Ich habe noch viele Sachen im Kopf«, sagt der Mann in der offenen Küche, der mit den Gästen gern ins Gespräch kommt und der auf der Suche nach Mitarbeitern ist. »Es gibt nur einen Star in der Küche – und das sind die Produkte. Die müssen mit Respekt behandelt werden«, ist Giuseppe D’Antuono überzeugt.

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