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Beim Auftritt der Zuccini Sistaz ist der Saal der Remise ausverkauft

Wo das »Schnittchen« das Solo spielt

Halle (WB). Ausverkauft ist der Saal der Remise zum Auftakt der Frauenkulturwochen, die rund um den 8. März auf Frauenthemen und -probleme aufmerksam machen. Dazu gehört auch die spritzige Musik des Frauen-Trios aus Münster, Zuccini Sistaz, die aus ihrer Sicht eigentlich ein Sextett sind. Die Zuccini Sistaz sind drei Sängerinnen und gleichzeitig drei Musikerinnen.

Eische Loose

Perfekte Musik, witzige Texte und gekonnte Überleitungen (von links): Sinje Schnittker (Trompete, Posaune und sonstiges), Jule Balandat ( Kontrabassistin) und Tina Werzinger (Gitarristin) heizen als Zuccini Sistaz der vollen Remise zum Auftakt der Frauenkulturwochen ordentlich ein. Foto: Eische Loose

Doch schaffen Sinje Schnittker (Trompete, Posaune und sonstiges), Jule Balandat ( Kontrabass) und Tina Werzinger (Gitarre) die Aufgabe auch leicht zu dritt. Im Gegenteil, sie verbinden ihre Titel aus der Zeit von 1920 bis 1950 gern auch mit saftigen Überleitungen. Besonders bekommt es dabei »Schnittchen« (Sinje Schnittker) mit ihrer Masse an Instrumenten ab. »Wir haben ihr jedes Jahr zu Weihnachten ein Instrument geschenkt. Das hat sie gefreut, aber leider hat sie sie auch geübt«, stöhnt Bassistin Jule Balandat über Klarinette, Rassel, Xylophon, Trompete und sogar Trommeln. Weil man zusammen in einem Haus wohne, sei das unerträglich verrät sie. Allerdings hat es sich bei den drei hervorragenden Musikerinnen mehr als gelohnt. Alle drei, und vor allem »Schnittchen«, die sogar ein Solo erhält, spielen nahezu wie nebenbei. So bekommen die Texte den nötigen Platz. Außerdem werden die Bearbeitungen auf diese Wiese hörbar: Ein bisschen Carmen, ein bisschen Waldemar, vor allem aber die Umwandlung des Klassikers »Fever« mit James-Bond-Melodik kommen beim Publikum großartig an.

Auch Nonsense kann überzeugen

Immerhin sind die Übergänge nahezu unsichtbar. Unvermutet finden sich die Zuhörer im neuen Stück. Mit Leichtigkeit weisen die Musikerinnen aus Münster dabei nach: Auf den Text kommt es gar nicht an. Sie präsentieren dazu beispielsweise ein überzeugendes Nonsense-Lied. Ihre englisch-deutschen Texte sind dabei die vollendete Mischung – auch für die Tanzeinlagen.

Dass dieses überaus komische Konzert in Frühlingsgrün so gut beim Publikum ankommt, macht Hoffnung für die weiteren 16 Veranstaltungen der Frauenkulturtage. Sie reichen von Selbst-Empathie über Steinmetzkunst bis zu einem großen Filmabend. Zum Tag der Frauen am 8. März haben Eva Sperner (Halle) und Nora Breuer (Werther) »Die göttliche Ordnung« ausgesucht, die ab 19 Uhr in der Remise gezeigt wird. Mit ihrem Programm sprechen die Gleichstellungsstellen seit 14 Jahren die Frauen an.

In diesem Jahr feiern sie damit zusätzlich das am 19. Januar 1919 erstrittene Wahrecht. Heute erwartet die Frauen am 25. Februar der Weltgebetstag und am 26. Februar  eine musikalische Lesung zu Agatha Christie. Weitere Informationen enthalten der bei jeder Veranstaltung erhältliche Flyer und das Internet.

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