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Treffen zur Zukunft des besetzten Storck-Waldes in Halle an diesem Samstag – mit Video

Ziehen Waldbesetzer bald ab?

Halle (WB)

Dafür oder dagegen! Dazwischen gibt es in Halle beim Stichwort Waldbesetzung an der Steinhausener Straße eigentlich nichts. An diesem Samstag wollen die Waldbesetzer sich mit Bürgern treffen, um über die Zukunft des Storck-Waldes zu reden. Auch über den Zeitpunkt, das Waldstück zu verlassen, soll gesprochen werden.

Kerstin Eigendorf

„Wanderstock statt Zuckerschock“: Mit griffigen Sprüchen auf Plakaten protestieren die Waldbesetzer in Halle. Foto: Kerstin Eigendorf

Bekanntlich hat die Firma Storck signalisiert, vorerst keine Räumung des Areals zu veranlassen, um Bäume fällen zu können. Für Empörung sorgte, dass die Haller Waldbesetzung in einem Online-Wettbewerb auftaucht, bei dem es Punkte („Flames“) für das Errichten von Barrikaden, das Beschädigen von Baufahrzeugen oder auch das Buddeln von Gräben gibt. Beim sogenannten „Riot Award“ belegte Halle plötzlich den ersten Platz.

Vor Ort gehen die Meinungen dazu weit auseinander. Sie reichen von „Das ist nur ein Online-Spielchen, um Aufmerksamkeit zu erreichen“ bis hin zu „Es wäre mir lieber gewesen, wir wären in diesem Award gar nicht erst aufgetaucht“. Viele Waldbesetzer eint, dass sie sich zu Unrecht als kriminelle Linksradikale beurteilt sehen. Sie betonen, dass „von uns keine Eskalation ausgeht“. Viel gewalttätiger sei es, einen Baum zu töten.

Der Storck-Wald ist seit Sonntag besetzt. Foto: Kerstin Eigendorf

Wie angespannt die Situation ist, wird deutlich, als die Haller Grünen vor Ort zu einem Pressegespräch laden. Waldbesetzer und Vertreter von „Fridays for Future“ signalisieren klar, dass sie von den Grünen enttäuscht sind und es nicht gerne sehen, dass sie an dieser Stelle zum Pressegespräch bitten ohne Absprache mit ihnen. Hintergrund der Enttäuschung ist, dass die Haller Grünen nicht geschlossen gegen den Flächennutzungsplan gestimmt haben. „Machen Sie Ihre Pressekonferenz doch mit Storck“, bekommen die Grünen zu hören. Die entgegnen: „Das ist nicht Ihr Wald!“ Im Anschluss präsentieren die Grünen einen Alternativvorschlag, bei dem der besetzte Steinhausener Wald erhalten bliebe.

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