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CDU-Bürgermeisterkandidat Tappe belebt bei Auftritt in Bokel Supermarktdebatte neu

Zwei Märkte für den Haller Süden?

Halle-Bokel (SKü). Die jüngsten politischen Gespräche im Bokeler Gemeindehaus darf Gastgeber Dr. Joachim Boidol vom Heimatverein Tatenhausen-Bokel getrost als vollen Erfolg verbuchen, denn die allgemeine Lust auf Politik hat hier ein gutes Bürgerforum gefunden. Beim Auftritt von Thomas Tappe (CDU) wurden im Verlauf der Diskussion ganz andere Themen zu Schwerpunkten, als dies zuvor beim Besuch der zwei politischen Mitbewerber im Gemeindehaus der Fall war.

Bokels CDU-Wahlkreiskandidatin Elke Rosenthal und Bürgermeisterkandidat Thomas Tappe beim Auftritt im Gemeindehaus.

Die Frage der Anbindung der Ortsteile führte über die Haller Verkehrspolitik sehr schnell zur allgemeinen Versorgungsfrage durch Supermärkte. Bokeler Bürger wollten es nämlich genau wissen, warum zum Beispiel der abgebrochene Edeka-Markt am Klingenhagen (Nähe Bahnhof) immer noch nicht ersetzt worden ist und warum der Neubau eines Vollsortimenters zusammen mit einem verlegten Aldi-Markt am Künsebecker Weg nicht möglich sein soll. Gerade aus Sicht der Ortsteile seien Märkte im südlichen Halle im Sinne der schnellen Erreichbarkeit ein wichtiger Umstand, wurde argumentiert.

Umstellung im Rewe-Markt beachten

Thomas Tappe, der an dem Abend von CDU-Ratsfrau und Bokels Wahlkreiskandidatin Elke Rosenthal begleitet wurde, nahm den zugespielten Ball auf und stellte die bisherigen Aussagen der BBE-Handelsberatung in Frage. Laut diesem Gutachten wird der Haller Politik nämlich abgeraten, einen Vollsortimenter wie Edeka oder Rewe zusammen mit einem verlegten Aldi am Künsebecker Weg zu realisieren. Hauptargument der BBE ist, dass damit dem großen Marktkauf im Ortskern geschadet werde, der wiederum für die Belebung der Innenstadt als sehr wichtig eingeschätzt wird. Tappe hingegen ließ erkennen, dass er für den Fall, dass er im Rathaus Einfluss gewinnt, die Dinge noch einmal genau betrachten will. Denn es sei neben dem Markt-Verlust am Klingenhagen auch die Umstellung des bisherigen Vollsortimentes im Rewe-Markt an der Berliner Straße (Gartnisch) zu betrachten. Tappe: „Gerade im Süden von Halle werden wir erheblich mehr Kundennachfrage durch neue Wohnbebauung bekommen. Warum sollten wir dann nicht einen Teil des Kundenverkehrs schon im Süden abfangen?“, argumentierte Tappe.

Ganzheitliches Verkehrskonzept

Ausführlich legte er dar, warum er für Halle ein ganzheitliches Verkehrskonzept mit genauer Analyse der Ziel- und Quellverkehre fordert. Die Hauptverkehrsachsen in Halle sollten dort, wo es keine Tempo-30-Vorgaben durch Schulen oder Kitas gebe, weiterhin mit Tempo 50 befahren werden können. Und Tappe warnte davor, die Verkehrsberuhigung oder Sperrungen für Verkehr im Ortskern noch weiter zu treiben, denn die verbliebenen Geschäftsleute müssten weiter gut erreichbar bleiben. Alles andere könne dem Einzelhandel schaden.

Auf Nachfragen stellte Tappe nochmals seine Auffassung zum Thema Flächenverbrauch heraus: „Insgesamt ist der Flächenverbrauch in Halle in den letzten Jahren deutlich zu hoch gewesen. So wie in den vergangenen Jahren können wir nicht immer weitermachen. Ich bin bei diesem Thema, wie auch bei anderen, für Maß halten.“ Ausführlich begründete Tappe, warum sowohl die vorsorgliche Industrieflächenanmeldung in Künsebeck (Ravenna-Park II) für spätere Generationen sowie nach sorgfältiger Abwägung auch die Storck-Erweiterung auf betriebseigenem Grund für die Stärkung des Verbundstandortes notwendig und richtig seien.

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