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Auf 1,2 Hektar am Teuto-Nordhang in Werther setzen Förster Johannes-Otto Lübke und seine Kollegen 5500 junge Bäume

Zweijähriger Nachwuchs macht Mut

Werther

Weit reicht inzwischen der Blick vom Teuto-Nordhang Richtung Werther. Das war nicht immer so, bis vor kurzem standen hier noch überwiegend Fichten, teils 60 Jahre alt. Doch Sturm „Friederike“ im Januar 2018, lange trockene Sommer und daher regelrechte Wellen an Borkenkäfern und anderen Schädlingen gaben den Bäumen letztlich den Rest – wie an so vielen Orten musste auch dieser Bestand nahe der Straße Am Hang gefällt und ins Sägewerk transportiert werden. Am Mittwoch haben Revierförster Johannes-Otto Lübke und seine Kollegen mit der Wiederaufforstung begonnen.

Volker Hagemann

Revierförster Johannes-Otto Lübke (vorne), Werthers Umweltbeauftragte Dr. Nadine Dannhaus und Bürgermeister Veith Lemmen bitten darum, die Kulturfläche mit den Baumpflanzungen nicht zu betreten. Foto: Volker Hagemann

Zwei Tage Arbeit veranschlagt Lübke für dieses 1,2 Hektar große Areal, das der Stadt Werther gehört; bis einschließlich Donnerstag sollen 5500 Jungbäume gepflanzt werden. Die Stadt ist Mitglied der Forstbetriebsgemeinschaft Halle, die wiederum den Förster und seine Kollegen beauftragt. „Der Entscheidung des Umweltausschusses folgend und in Absprache mit der Stadt pflanzen wir hier eine Mischung aus Laubbäumen heimischer Arten: darunter Stieleiche, Buche, Wildapfel und Wildkirsche – die übrigens wunderschön blüht“, zählt Johannes-Otto Lübke auf. „Am Rand setzen wir Weißdorn, Schneeball und andere Büsche. Und der Bergahorn dürfte sich dank umliegender Mutterpflanzen von selbst einfinden.“ Mit der Wahl heimischer Arten orientiere man sich streng am Landschaftsplan, erklärt Umweltbeauftragte Dr. Nadine Dannhaus.

Neue Baum-Mischung soll resistenter sein als die Vorgänger

Fachmann Lübke setzt darauf, dass die neue Mischung möglichst resistent gegenüber dem veränderten Klima ist. „Aber versprechen kann man nichts.“ Resistent müssen die Jungpflanzen auch gegenüber anderen „Bedrohungen“ sein: „Das Rehwild frisst an Bäumchen bis 1,20 Meter Höhe, daher pflanzen wir von vornherein möglichst hohe – je größer, desto besser“, erklärt der Förster. Dafür bohren seine Kollegen mit dem Spiralbohrer je 30 Zentimeter tiefe Löcher, in die sie die zwei bis drei Jahre alten Jungbäume pflanzen. „Abgesehen vom Kalk- und Sandstein am Kammweg ist der Waldboden hier tiefgründig. Und dank Gefälle kommt vom Kamm genügend Wasser, es gibt keinen Trockenstress“, erklärt Lübke die Vorzüge. „Momentan ruhen die Bäumchen, doch zum Frühjahr hin können sich die Wurzeln gut entwickeln.“

Und die Kosten? Der Revierförster nennt einen Euro pro Pflanze als Kaufpreis plus 75 Cent für jede Pflanzung. Preise, die aus der Menge resultieren: „Denn anschließend folgen Wiederaufforstungen im weiteren Stadtgebiet“, sagt Dr. Nadine Dannhaus. Hinzu kommen Kontrolle und Pflege des Jungbestands vor allem in den ersten Jahren. Allein in Wertheraner, Haller und Steinhagener Wäldern werden jedes Jahr 150.000 Bäume gepflanzt: 60 Prozent Laub-, 40 Prozent Nadelholz. Bürgermeister Veith Lemmen sieht in den notwendigen Maßnahmen einen „Beitrag, den Wald gleichermaßen zur Erholung, zur wirtschaftlichen Nutzung und in ökologischer Hinsicht zu erhalten“.

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