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Anwohner beklagen Durchgangsverkehr – Politik stimmt Sperrung zu

An der Egge wird zur Sackgasse

Harsewinkel (WB). Die Anwohner der Straße An der Egge wollen endlich wieder gefahrlos vor die Tür gehen können. Derzeit wird die Straße in Richtung Kölkebeck stark von Autos und auch Lkw frequentiert – und zwar überwiegend von auswärtigen. Nun haben sich die Anwohner mit einem Hilferuf ans Rathaus gewandt.

Stefanie Winkelkötter

Die Anwohner freuen sich, dass der Planungs- und Bauausschuss sich für ein Durchfahrtsverbot der Straße An der Egge ausgesprochen hat. Versuchsweise soll die Straße zur Sackgasse werden. Foto: Stefanie Winkelkötter

Im Planungs- und Bauausschuss wurde über eine Sperrung der Straße ab dem Einmündungsbereich zum Greffener Landweg diskutiert. Weil die Anwohner formal in einer solchen Sitzung kein Rederecht haben, erteilte ihnen Ausschussvorsitzende Gunhild Hinney das Wort, noch bevor sie die Tagesordnung eröffnete. Elke Hörnschemeyer schilderte, dass rund 600 Fahrzeuge am Tag die Straße An der Egge entlangdonnern. »Das geht um 5.30 Uhr los und endet erst gegen 23 Uhr. Da sind 40-Tonner dabei, Wohnwagengespanne, Flixbus – dafür ist die Straße nicht ausgelegt.«

Straße und Bankette sind in einem desolaten Zustand

Im Begegnungsverkehr ist es besonders kritisch, Außenspiegel brechen ab, die Bäume werden kaputt gefahren, Straße und Bankette seien in einem desolaten Zustand. »Anwohner, Fußgänger und Fahrradfahrer sind einer großen Gefahr ausgesetzt«, sagte Hörnschemeyer. Sie berichtete zudem, dass manche Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, weil es zu gefährlich sei, die zwei vorhandenen Schulbushaltestellen zu nutzen. Hörnschemeyer: »Eine Sperrung dient dem Allgemeinwohl.«

So sah es auch Johannes Rennebaum, der »auf der anderen Seite« der Straße, im Haller Bereich, wohnt. »Dort befindet sich auch noch das Naturschutzgebiet Barrelpäule – und kein Mensch stört sich daran, dass dort Massen an Fahrzeugen durchfahren.«

Die Probleme seien vollkommen nachvollziehbar, kommentierte CDU-Vertreter Dieter Berheide. Er wollte den Durchgangsverkehr von der Straße verbannen und befand einen Vorschlag der Straßenverkehrsbehörde des Kreises für richtig, nach der zunächst der Lückenschluss der A33 abgewartet, dann die Verkehrsströme beobachtet und bewertet werden sollen.

Sperrpfosten sollen aufgestellt werden

Abhängig vom Ergebnis, schlug die Straßenverkehrsbehörde vor, könnte für einen Testzeitraum von einem Jahr dann im Einmündungsbereich An der Egge/Greffener Landweg ein Schild »Für Radfahrer und Fußgänger durchlässige Sackgasse« aufgestellt werden, ein eben solches auch im Einmündungsbereich An der Egge/Beller Heide. In Höhe der Einmündung Kölkebecker Weg könnten Sperrpfosten aufgestellt werden. Für Radfahrer, Fußgänger, Landwirte und Anlieger soll die Straße aber weiter befahrbar sein.

Warum erst auf den A-33-Lückenschluss warten?, fragte sich Ausschussvorsitzende Gunhild Hinney. Wenn es doch ein Versuch wäre, könnte man den doch auch sofort umsetzen, zumal vor allem auch die Brücke über den Rhedaer Bach sicher nicht für 40-Tonner ausgelegt sei. Ob dies möglich ist, soll die Verwaltung nun mit der Straßenverkehrsbehörde klären. Der Ausschuss sprach sich jedenfalls einstimmig dafür aus und erntete dafür Beifall von den Anwohnern. Allerdings goss Stadtplaner Reinhard Pawel ein wenig Wasser in den Wein. Der Verkehr, sagte er, würde lediglich verdrängt: »Des einen Freud, des anderen Leid.«

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