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Marienfeld

Barocker Glanz bei Orgelkonzert in Marienfeld 

Marienfeld (heu)

Mit barockem Glanz und österlicher Festfreude ist das Jubiläumsjahr zu 800 Jahren Abteikirche in beeindruckender Weise eröffnet worden.

Ein gutes Stück Wegs durch die Jahrhunderte der Abteikirche Marienfeld hat auch die Patroklus-Möller-Orgel zurückgelegt. Organist Harald Gokus, Dekanatskirchenmusiker an St. Clemens in Rheda, ehrte das mit seinem Konzertprogramm.

Marienfeld (heu) - 800 Jahre Abteikirche Marienfeld: Mit barockem Glanz und österlicher Festfreude ist das Jubiläumsjahr zum Gedenken an dieses singuläre Ereignis jüngst in beeindruckender Weise eröffnet worden. Die Zisterzienser der Gründungszeit, eher für ihre strenge Schlichtheit in die Geschichte eingegangen, hätten wohl ebenso die Freude und Begeisterung der zahlreichen Freunde der Orgelmusik im weiten Kirchenraum geteilt.

Konzertprogramm für die Patroklus-Möller-Orgel

Ein gutes Stück Wegs durch die Jahrhunderte hat auch die Patroklus-Möller-Orgel zusammen mit der Abteikirche zurückgelegt, Grund genug, ihr mit gebotenem Respekt und einfühlsamer Sensibilität gegenüberzutreten. In diesem Bewusstsein hat Harald Gokus, Dekanatskirchenmusiker an St. Clemens in Rheda, denn auch sein Konzertprogramm präsentiert und dabei ein stets transparentes, klares Klangbild gezeichnet, das in dieser Form für die historische Marienfelder Orgel als paradigmatisch gelten darf. 

Buxtehude war ein großer Meister der Wiederholtechnik, die in seinem Präludium in g (Bux WV 149) gleich unüberhörbar aufklingt. Zwei unterschiedliche, aufeinander bezogene Fugen schließen sich an, und der ausgedehnte Schluss ist von „französischer“ Noblesse getragen. Die Choralbearbeitungen „Christ lag in Todesbanden“ (BWV 625) und „Heut’ triumphieret Gottes Sohn“ (BWV 630) aus Bachs „Orgelbüchlein“ leiteten über zur freudig sprudelnden, perlend klaren, „Fuga super Alleluia paschale“ von Anton Zimmermann, worauf das Voluntary VIII (op. 5) verdeutlichte, warum sein Schöpfer John Stanley als der Spezialist für glanzvolle, repräsentative Orgelmusik aus dem England des 18. Jahrhunderts gilt. 

Zum Abschluss ein Medley mit fünf Osterliedern

Mit der Sonate in g von C. Ph.E. Bach grüßte Mozart schon von Ferne. In seinem Offertorium für den Ostertag (op 38,10) variierte Alexandre Boely „O filii et filiae“ des Jean Tisserand zum liturgischen Gebrauch im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Das Medley mit fünf ökumenischen Osterliedern von Wolfram Rehfeldt aus dem Jahre 2020 verabschiedete die applaudierende Konzertgemeinde in den mit viel Sonnenlicht getränkten Abend des Ostermontags.

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