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Harsewinkel

Beim Maskenball in Harsewinkel zum Sieg geslammt

Harsewinkel (joe)

Beim ersten Phrasendrescher-Slam im Harsewinkeler Kulturort Wilhalm haben sich sechs junge Künstler Wortgefechte geliefert.

Beim Maskenball mit Maske – allerdings nicht mit einer medizinischen: Eva-Lisa ging als Siegerin beim Poetry-Slam im Kulturort Wilhalm hervor.

Harsewinkel (joe) - Beim ersten Phrasendrescher-Slam, der am Sonntagabend vor 50 Zuhörern im Kulturort Wilhalm stattgefunden hat, haben sich sechs junge Künstlerinnen und Künstler ansprechende Wortgefechte und einen Auszug aus der Vielfalt deutscher Sprachkultur geliefert.

Alles andere als Phrasen geboten

Dabei boten sie dem Publikum alles andere als Phrasen. Sie erklärten ihre Sicht der Dinge. Die einzigen Bedingungen: ein maximal siebenminütiger Vortrag und eine Maske. Allerdings keine medizinische. Schließlich war ja Karnevalssonntag. Und das Motto lautete Maskenball. 

Mit dabei war auch Rieta Kobusch aus Halle. Sie ist neu in der Szene und hatte ihren ersten Auftritt. Den meisterte sie souverän, sprach in ihrem mysteriösen Text von der Magie von Flora und Fauna und darüber „wie berauschend die Natur“ sein könne. 

Ein Duisburger eröffnet den Abend

Den Abend eröffnete Malte Küppers. Der Duisburger ist schon länger dabei. Und er hat ein Buch veröffentlicht, aus dem er einen Auszug vortrug. Darin schilderte er seine Erfahrungen auf dem Bau – gemeinsam mit Vater und Onkel. 

Frei berichtete Eva-Lisa von ihrer „viel zu langen Diät“, bei der sie immerhin schon ein Kilo abgenommen, aber ihre „Liebe zum Essen nicht verloren“ habe. Am Ende kürten die sechs Jurymitglieder sie zur Siegerin. Fürs Finale hatte sie ein ausgefallenes Kostüm mit aufblasbaren Flamingo genutzt. Die Jury war frei aus dem Publikum gewählt worden und konnte jeweils die Noten eins bis zehn vergeben. 

Was es bedeutet, fremd zu sein

Ayse Korkmaz schilderte Flüchtlingserfahrungen, fragte nach dem Warum und was es bedeute, fremd zu sein. Für Romy Kachel aus Potsdam ist „Schönheit nicht definiert“. Schon als Zehnjährige habe sie nicht gern in den Spiegel geschaut und sei ins Grübeln geraten. Schon länger dabei ist Luise Komma Klar. 

Eine Slammerin mit direktem Berliner Humor und der seltenen Fähigkeit, Menschen über ihre eigenen Fehler lachen zu lassen. Sie bereichert ihre Texte mit gut gemachter Prosa. Die beiden Organisatoren Jesko Habert aus Berlin von den Kiezpoeten und Niko Sioulis aus Gütersloh von OWL-Slam planen noch drei bis vier ähnliche Veranstaltungen im Stadtgebiet.

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