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Harsewinkel

Bewegender Brief von Pater Gottfried

Marienfeld (gl) - Mit bewegenden Worten hat sich Pater Gottfried Meier, der vom Bistum Münster aus Marienfeld abgezogen wird, an die Teilnehmer der Kundgebung auf dem Klosterhof gewandt - mit einem Brief. Am Mittwochabend las Albrecht Pförtner das Schreiben den mindestens 500 Teilnehmern vor. 

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Mit bewegenden Worten hat sich Pater Gottfried Meier, der vom Bistum Münster aus Marienfeld abgezogen wird, an die Teilnehmer der Kundgebung auf dem Klosterhof gewandt - mit einem Brief. Foto:

„Ich grüße euch alle von Herzen und wünsche allen ein frohes Osterfest (nicht nachträglich, wir sind ja noch in der Osterwoche)! Ich grüße euch alle gleich: ob regelmäßige Kirchgänger oder Fernstehende, ob evangelisch, orthodox oder katholisch, ob Christ oder Nichtchrist, ob Gläubige oder Ungläubige.

„Ich will nicht spalten“

Am Gründonnerstag habe ich ein Video versandt, das viel Aufsehen erregt hat. Ich wollte mit dieser Videobotschaft ehrlich mitteilen, wie zurzeit meine Situation ist. Ich will nicht spalten und nicht zum Aufruhr aufrufen. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, vielleicht zu naiv und zu blauäugig. Dass es von manchen anders aufgefasst wurde, tut mir leid.

„Überwältigt von den zahllosen Sympathiebekundungen“

Ich bin überwältigt von den zahllosen Sympathiebekundungen, von der Zustimmung und der unglaublichen Solidarität, die mir in unglaublich vielen Reaktionen, Nachrichten, Briefen und Telefonaten bekundet wurde. Das hat mich alles sehr bewegt, getröstet und aufgebaut. Ich kann gar nicht sagen und ausdrücken, wie dankbar ich dafür bin. Ihr habt mir alle sehr geholfen und gezeigt, dass mein Wirken in den letzten 19 Jahren für die Botschaft Jesu, für Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit, für das anbrechende Reich Gottes nicht vergeblich war. Ich entschuldige mich bei allen, an denen ich nicht richtig und gut gehandelt habe. Für die nächsten Tage und Wochen habe ich mir vorgenommen, jedem zu antworten. Aber das braucht Zeit.

„Ich werde nicht nach Marienfeld zurückkehren“

Ich werde nicht nach Marienfeld zurückkehren. Das tut mir selber sehr weh. Und das ist für viele von euch schwer zu verstehen. Aber glaubt mir, es ist in dieser Situation für alle Beteiligten besser so. Ich bin zurzeit in einem schwierigen physischen und psychischen Zustand. Ich brauche eine längere Zeit der Genesung und Rekonvaleszenz. Es gab auch schon erste konstruktive Gespräche über mögliche Zukunftsperspektiven.

Keine offizielle Verabschiedung

Ich möchte keine offizielle Verabschiedung. Allein die Corona-Pandemie macht das unmöglich. Ich möchte, wenn alles wieder einigermaßen normal ist und wenn es mir besser geht, noch einmal zu einem Gottesdienst und zu einer Begegnung nach Marienfeld kommen. Das wird wahrscheinlich noch einige Zeit dauern. Bitte, schaut nach vorne! Lasst euch nicht von Traurigkeit und Resignation bestimmen!

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