1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Harsewinkel
  6. >
  7. Christian Schmitz startet Soloprojekt

  8. >

Harsewinkel

Christian Schmitz startet Soloprojekt

Greffen (jau) - Christian Schmitz (50) spielt Bass, Klarinette, Klavier und Keyboard. Außerdem hat er 25 Jahre Banderfahrung. Die Corona-Pandemie hat den Greffener und seine Formation „Feuchte Hände“ ausgebremst. Jetzt startet der Gitarrist mit dem Soloprojekt „Und jetzt?!“ durch.

Anonymous User

Keine Proben, kein Jubiläumskonzert, keine Auftritte: Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie ist Christian Schmitz jetzt mit dem Soloprojekt „Und jetzt?!“ durchgestartet. Foto:

Sein Stück „Alles Lüge?!?“ wurde im Dezember bereits im Radio gespielt. Als er von dem Bandwettbewerb „Szene im Westen“ des WDR gehört hat, musste alles ganz schnell gehen. Er kramte in seinem Archiv – und fand etliche Lieder, mit denen er sich bewerben konnte, die aber neu abgemischt werden mussten.

„Auch den Text zu ,Alles Lüge?!?’ hatte ich schon länger fertig. Aber irgendwie ist er gerade top-aktuell. Etwa im Hinblick auf die Fake-News-Debatte in Amerika“, sagt Christian Schmitz im Gespräch mit dieser Zeitung. Er sagt aber auch klipp und klar in Richtung Maskenverweigerer und Corona-Leugner: „Alles Lüge?!? – das bezieht sich definitiv nicht auf die Pandemie. Das ist nämlich alles keine Lüge und nicht zu unterschätzen.“

Wunsch nach Ehrlichkeit und Vertrauen

Inhaltlich beschäftigt sich „Und jetzt?!“ ironisch und teils sarkastisch mit dem inneren Wunsch nach Ehrlichkeit, Vertrauen, gewollter Langsamkeit, Selbstbestimmung und auch damit, endlich nur Ruhe und Frieden zu haben, sagt Christian Schmitz. Im Song „Alles Lüge?!?“ hinterfragt er, was wahr ist und was nur Schein: „Oft weiß man nicht, was man glauben soll“, sagt Christian Schmitz. Bei seinem Soloprojekt gibt es elektronische (Drums, Effekte, Samples) rockige (Bass, Gitarren) und auch akustische Klänge (Klarinette oder Klavier). Manch einer würde vielleicht von einer Mischung aus Krach-Pop und Rock sprechen.

Christian Schmitz ist jedenfalls immer auf der Suche nach neuen Klängen und deren teils ungewöhnlicher Kombination. Aktuell hat er sieben Lieder auf dem Album „Momentum“ veröffentlicht. Und was ist aus dem Bandwettbewerb geworden? Christian Schmitz trat gegen zwei Formationen aus Mühlheim und Gelsenkirchen an. Gewonnen hat der Greffener zwar nicht. „Aber das war eine tolle Erfahrung, einfach spannend. Und dadurch ist ja auch erst mein Soloprojekt entstanden“, so der 50-Jährige, der als IT-Angesteller bei Arvato tätig ist. Wer neugierig geworden ist auf „Und jetzt?!“, kann sich im Internet informieren.

1995 „Feuchte Hände“ gegründet

1995 haben Christian Schmitz und Björn Pozdrowicz die Band „Feuchte Hände“ gegründet. Seit 1997 ist André Birkholz Mitglied der Formation. 2015 stieß Niels Leewe dazu. Das Jugendhaus „Die Villa“ in Harsewinkel war ihr Wohnzimmer. Sie traten aber unter anderem auch in der Weberei in Gütersloh, im Kaiserkeller in Detmold oder auf einer Kirmes in Duisburg – neben dem Autoscooter – auf. Eigentlich hätte die Gruppe zum 25-Jährigen ein Jubiläumskonzert gegeben, das wegen der Pandemie ausfallen musste.

„Man kann einfach mit der deutschen Sprache mehr spielen“

Von „Feuchte Hände“ gibt es englische und deutsche Songs. Mit dem Projekt „Und jetzt?!“ sind es ausschließlich deutsche Texte. Warum? Schmitz: „Man kann einfach mit der deutschen Sprache mehr spielen, auch wenn sie etwas sperriger ist als Englisch. Gerade Ironie und Sarkasmus kann ich so besser transportieren. So hat das, worüber man singt, auch mehr Substanz. Wichtig ist mir, dass sich der Hörer in den Texten wiederfindet und davon unterhalten wird.“

Mit  Liedern zum Nachdenken anregen

Er möchte mit seinen Liedern zum Nachdenken anregen und die Menschen auch mal zum Lachen bringen. Björn Pozdrowicz und Christian Schmitz hatten von 1997 bis 1999 außerdem eine Wave-Band mit Auftritten in der Region. 2000/2001 hatten sie ihr Zwei-Mann-Studio-Projekt Endogen mit Elektronik-Rock. Seit 22 Jahren hat Christian Schmitz, der auch seit zehn Jahren im Greffener Männer-Vokal-Ensemble M-Tune singt, zu Hause ein kleines Tonstudio – auf zwei Quadratmetern mischt er seine Musik ab.

Ziele für 2021

Gibt es für 2021 schon musikalische Ziele? Christian Schmitz: „Vielleicht können wir ja Mitte des nächsten Jahres tatsächlich wieder mal mit ,Feuchte Hände‘ auf der Bühne stehen. Schön wäre es, wenn ich die Lieder meines Soloprojekts ‚Und jetzt?!‘ auch mal live präsentieren könnte – das wäre ein Traum.“

Startseite