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Jugendhaus zieht nach 33 Jahren aus – Leiter hofft auf rasche Standort-Entscheidung

Das Trockendock ist Geschichte

Marienfeld (WB). Ein bisschen Wehmut komme auf, sagt Sven Jacobsen, Leiter des Marienfelder Trockendocks. Soeben musste das Jugendhaus seine angestammten Räume verlassen. Auszug nach 33 Jahren.

Stefanie Winkelkötter

Die Kisten sind gepackt, die Möbel schon abgeholt: Das Trockendock ist nach 33 Jahren Geschichte. Sven Jacobsen hofft, schnell zu erfahren, wie und wo es weitergeht. Foto: Stefanie Winkelkötter

Bekanntlich soll an der Bussemasstraße der derzeit bestehende Eingruppen-Kindergarten »Himmelszelt« zu einer Viergruppen-Einrichtung ausgebaut werden. In dieser Woche rückten Umzugsunternehmen und Küchenbauer an, trugen Möbel aus den Räumen, bauten die Küche ab und lagerten das meiste ein. Im Ausweichquartier im katholischen Pfarrheim ist wenig Platz für eigene Möbel oder gar eine Küche.

Wann das Jugendhaus wieder über eigene Räume verfügt, ist offen. Die Mitglieder des Sozialausschusses konnten sich bislang noch auf keinen neuen Standort einigen und auch nicht, ob eine Immobilie angemietet, um- oder neu gebaut oder ob ein Anbau an einem bestehenden Gebäude realisiert werden soll. Die nächste Sitzung des Gremiums findet erst im September statt – eine unbefriedigende Situation für Jacobsen, seine Mitarbeiter und die Marienfelder Kinder und Jugendlichen.

Enttäuscht, dass es so lange dauert

Zumal auch niemand weiß, ob im September tatsächlich eine Entscheidung fällt. »Und dann muss der Rat ja auch noch zustimmen«, weiß der Trockendock-Leiter. »Ich wäre froh, wenn wir in diesem Jahr eine Entscheidung hätten. Aber wir sind enttäuscht, dass es so lange dauert. Bekundungen sind das eine, aber dann müssen auch bald Taten folgen.« Trotzdem stütze man sich auf die Kernaussage, dass die Kinder- und Jugendarbeit in Marienfeld Bestand haben soll und vertraue darauf, eine Lösung zu finden, mit der alle gut leben können.

Eine dauerhafte Lösung müsse her, fordert der 51-Jährige. Immerhin konnte das Trockendock in jetziger Form, also nach Verkleinerung und Umbau, nur 14 Monate lang genutzt werden. »Wenn man etwas anmietet und dann nach zwei Jahren wieder ausziehen muss, hält das keine Kinder- und Jugendarbeit aus«, sagt Jacobsen. Auch einen Anbau irgendwo sieht er skeptisch: »Was ist, wenn irgendwer wächst und einer wieder gehen muss? Unter pädagogischen Gesichtspunkten ist das eine Katastrophe.«

Katholisches Pfarrheim ist wenig kindgerecht

Er weiß um die Notwendigkeit, neue Kindergartenplätze zu schaffen, bedauert aber trotzdem, ausziehen zu müssen: »Wir waren hier auf einem guten Weg. Das katholische Pfarrheim ist leider wenig kindgerecht, auch wenn die Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde super ist.« Immerhin hat das Jugendhaus nun – anders als beim letzten Mal, als man im Pfarrheim »Asyl« fand – einen eigenen Raum im ersten Obergeschoss, den sich die Kinder und Jugendlichen zumindest ansatzweise selbst gestalten können.

Los geht es am neuen Standort mit dem ersten Kindertreff am 29. Mai. Jacobsen appelliert an die Entscheidungsträger, nicht nur anhand der Besucherzahlen des Trockendocks einen neuen Standort zu bestimmen. Mehr Kindergartenkinder in Marienfeld bedeuteten für die Zukunft ja auch mehr Jungen und Mädchen im passenden Alter, um ein Jugendhaus zu besuchen.

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