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Gastwirt kritisiert Brandschutz-Auflagen und plant um

Frühschoppen statt Oktoberfest

Harsewinkel (WB). »Ich bin erstmal raus«, sagt Gastwirt Frank Johannsmann und meint damit, dass es mit ihm auf seinem Jägerhof kein dreitägiges Oktoberfest mehr geben wird.

Elke Westerwalbesloh

Frank Johannsmann (links) und Werner Herbrink haben einige Jahre gemeinsam das Fest organisiert. Foto: Stefanie Winkelkötter
Gastwirt Frank Johannsmann

Von Jahr zu Jahr seien die Vorgaben der Verwaltung bezüglich seines Festes umfangreicher geworden, klagt der Gastronom. Habe er im vergangenen Jahr noch eine abgespeckte Version ausrichten können, »lohnt es sich bei weiteren Auflagen in diesem Jahr nicht mehr«, sagt Johannsmann auf WESTFALEN-BLATT-Nachfrage.

Nur noch 150 Plätze erlaubt

Von 2000 Gästen zu Spitzenzeiten war er mit der Kapazität bereits 2018 auf maximal 300 Personen heruntergegangen. »In diesem Jahr hätte ich nur noch Platz für 150 Gäste bieten können, weil die Brandschutz-Verordnung keinen Zeltanbau mehr zulässt.« Und auch einen Sanitätsdienst hätte er stellen müssen.

Reißleine gezogen

Der Claas-Rentner-Club, der jedes Jahr mit von der Partie war, der habe sich vorab schon umentschieden. »Die feiern im Claas-Atrium ihre Wiesn«, berichtet der Wirt. Da er auch seit 2018 keinen Veranstaltungspartner mehr habe – damals war Werner Herbrink ausgestiegen, weil ihm die Belastung zu hoch gewesen sei – zieht Johannsmann ebenfalls die Reißleine. »Einen Frühschoppen wird es am Sonntag aber noch geben«, verweist der Oktoberfest-Fan auf den 20. Oktober. An diesem Tag könnten die Wiesn-Gäste, die bereits Karten für den Freitag oder Samstag gekauft hätten, sich den Eintrittspreis erstatten lassen oder aber »sich das Geld in Getränke umrechnen lassen und diese beim Frühschoppen verzehren«, so Johannsmann.

Live-Musik zum Frühschoppen

Zum Frühschoppen habe er Live-Musik organisiert. Die Band »Homebrass« will für Stimmung sorgen. Ob Johannsmann für die bereits engagierten Bands des abgesagten Oktoberfestes noch zur Kasse gebeten wird, das weiß er noch nicht. »Ich will nicht hoffen, dass sie noch ein Honorar von mir verlangen«, sagt er.

Oktoberfest war schon ausverkauft

Bitter ist für den Wirt besonders, dass sein Oktoberfest im Witten Sand schon ausverkauft gewesen sei. In den sogenannten Sozialen Netzwerken schlägt die Absage hohe Wellen, Nutzer sind empört. »Harsewinkel hat jungen Leuten immer weniger zu bieten«, heißt es. Auch: »Das ist eben Harsewinkel, da sagen sich Hase und Fuchs gute Nacht.«

Ideen für neue Feste

Doch Johannsmann hat schon Ideen für neue Feste: »Ich werde mal mit den Leuten der Werbegemeinschaft Marienfeld Kontakt aufnehmen«, sagt er, die durch den Wegfall des Martinssonntages gebeutelt seien und vielleicht Lust auf ein Event haben.

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